Magische Kraft des Toilettenpapiers

Toilettenpapier, Klorolle

Kaum war die närrische Faschingszeit zu Ende kamen bereits erste Meldungen über Hamsterkäufe. In den Nachrichten war zu lesen, dass die Menschen deutschlandweit mehr als dreimal soviel Klopapier kaufen wie im Durchschnitt der vorherigen sechs Monate. Ich war zunächst erstaunt und gleichzeitig wurde mir über den Zeitverlauf hinweg bewusst wie sehr meine eigenen Gedanken Einfluss auf mein inneres emotionales Erleben haben und das möchte ich gerne teilen:

Zuerst war ich erheitert darüber und hatte Spaß mich im Freundeskreis darüber zu amüsieren. Irgendwie fiel mir dazu auch das Klopapier-Lied aus meiner Kinderzeit ein: „Es saßen zwei Gestalten auf dem Donnerbalken und sie schrien nach Klopapier…“. Im Verlauf des Liedes gesellten sich immer mehr dazu bis der Zehnte nun das Ersehnte, nämlich Klopapier, brachte. Ich hatte auch gut lachen, denn ich noch hatte ich ein paar Rollen in Reserve.

Zwei Wochen später nahm nahm ich die letzte Rolle aus dem Regal und mein Vorrat war am Ende. Ich war zuversichtlich, dass ich beim nächsten Einkauf wie gewohnt etwas in den Regalen finden würde. Um ganz sicher zu gehen, dass ich daran denke, schrieb ich mir Klopapier auf den Einkaufszettel. Immerhin ist Klopapier die effizienteste Möglichkeit zur Reinlichkeit nach der Entsorgung der körpereigenen Endprodukte.

Ernüchterung

Leere Regale

Als ich im Supermarkt war sah ich leere Regale und war verunsichert, denn dieser Anblick war mir bis dato unbekannt. Ich brauchte Klarheit und entschied mich das Personal zu fragen, wann mit einer Neulieferung zu rechnen sei. Am kommenden Morgen bei Ladenöffnung sei die neue Lieferung im Regal zu finden. Wenn ich nicht pünktlich kommen würde, ginge ich leer aus, denn erfahrungsgemäß sei binnen 10 Minuten der Vorrat verkauft. Ich war bestürzt als ich das hörte und beschloss am kommenden Morgen um 8:00 Uhr vor dem Laden zu sein.

Ich organisierte meinen Tag so, dass ich um kurz vor 8:00 Uhr vor dem Drogeriemarkt war und sah betrübt in die teils sorgen- und teils hoffnungsvollen Gesichter der Menschenmasse, die sich traubenförmig in respektvollem Abstand von 1.50m vor der Eingangstüre versammelte . Gleichzeitig fühlte ich mich schuldig und beschämt zu in etwa gleichen Teilen. Schuldig dafür, dass ich mich noch vor wenigen Wochen über die Hamsterkäufe amüsierte und beschämt darüber, dass ich nun in den gleichen Reihen stehe. Schließlich entspricht es nicht gerade meinem Selbstbild als Hamster gesehen zu werden.

Froh und erleichtert verließ ich den Laden, denn ich ergatterte eine Packung die meinen Bedarf gemäß dem Blitzrechner für Toilettenpapier für die kommenden 60 Tage reichen sollte. Mit Selbsteinfühlung wertschätzte ich, dass ich meinen Werten entsprechend nur meinen Mindestbedarf sicherte, so dass für andere auch noch etwas übrig war. So war ich völlig mit mir im Einklang und hoffnungsvoll, dass sich die Corona Pandemie bis zum nächsten Einkauf entspannt.

Wie ergeht es Dir in der Zeit dieser Pandemie? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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