Sei selbst wirksam.

Was machst Du konkret, um mehr Glück und Zufriedenheit zu erleben? Wartest Du bis das Gefühl einfach auftaucht oder wirst Du selbst aktiv? Ich werde nicht behaupten, dass ich dazu ein Patentrezept habe, aber ich mag gerne mein eigenes Erleben teilen, das wohl einiges mit Selbstwirksamkeit zu tun hat.

Am Jahresanfang hatte ich gesundheitliche Probleme und beschlossen, dass ich dieses Jahr meiner Gesundheit widme und vor allem mein Übergewicht so weit reduziere, dass mir meine Hosen wieder passen. Meine Lieblingsstrategie zur Gewichtsregulation war schon immer die Bewegung. So wollte ich mich auf das Nötigste beschränken und den Franziskusweg von Florenz über Assisi nach Rom pilgern. Eine Strecke von mehr als 600km bei der 20.000 Höhenmetern zu bewältigen waren, da sollten die Pfunde doch wie von alleine schwinden.

Im Mai startete ich und kam 25 Tage später in Rom völlig erschöpft, aber glücklich und zufrieden mit einem wiedergewonnenen Körpergefühl an. (Die Einzelheiten zu meinem Weg findest Du übrigens unter Ein guter Weg. ) Auf dem Weg selbst hatte ich alles was ich brauchte und meine Bedürfnisse waren täglich erfüllt.

Woher kam dieses Glücksgefühl, das ich zunehmend verspürte? Heute bin ich überzeugt, dass das selbstbestimmte Setzen und Erreichen von erreichbaren Zielen diesen positiven Effekt auf meine psychische und körperliche Gesundheit hatte. Ich war selbstwirksam.

Was ist Selbstwirksamkeit?

Es gibt viele Dinge in meinem Leben um die ich mich nicht kümmern muss, wenn ich es nicht will. So kann ich zum Beispiel mein Essen selbst zubereiten oder ich engagiere einen Koch oder ich gehe ins Restaurant. Es viele Wege wie ich zu einer Mahlzeit kommen kann. Vieles in meinem Leben kann ich „Outsourcen“ oder „Deligieren“, wenn ich mich nicht selbst darum kümmern möchte. Allerdings gibt es Dinge die nur ich selbst erledigen kann. Ich kann niemanden beauftragen eine Sprache oder ein Musikinstrument für mich zu erlernen oder sich um meine Gesundheit zu kümmern. Der einzige der hier tätig werden kann bin ich selbst.

Wenn ich mich zurückerinnere, entwickelte ich (so wie nahezu alle Menschen) bereits im Alter eines krabbelnden Kindes meine Selbstwirksamkeit. Ich erlernte den aufrechten Gang, der mich noch schneller vorwärts bringen sollte. Wow! Was für ein Erfolgserlebnis! Es schien mir damals wohl Sinn stiftend zu sein, meine Energie in das Üben zu stecken, damit ich irgendwann ebenso aufrecht gehen kann, wie die Älteren in meiner Umgebung. Zugehörigkeit, Entwicklung und Effizienz sind die flankierenden Bedürfnisse die ich mir damit wohl erfüllte.

Albert Bandura erkannte in den 60er Jahren: die meisten Menschen beginnen nur dann mit einer Handlung, wenn sie davon überzeugt sind, dass sie diese Handlung auch erfolgreich ausführen können. Menschen nehmen also im Umkehrschluss eine Herausforderung erst gar nicht an, wenn sie davon überzeugt sind, dass sie diese Herausforderung nicht bewältigen können. Der Mensch benötigt eben eine Selbstwirksamkeits-Überzeugung.

Durch Selbstwirksamkeit können Menschen gesundheitsschädliche Verhalten ändern wie z.B. das Rauchen aufzugeben und den Alkoholgenuss reduzieren oder aber sportliche Leistungen zu steigern. Wenn ich selbstwirksam bin, dann habe ich die Kontrolle zurückgewonnen. Ich erlebe so ein Gefühl von „ich habe’s im Griff“ und so fühlt sich auch Zufriedenheit an.

Wege zur Selbstwirksamkeit.

Um die eigene Selbstwirksamkeit zu erleben oder sogar zu steigern, braucht es nicht unbedingt die Erfahrung einer mehrtägigen Pilgerreise. Es beginnt in der Regel mit einer reinen Beobachtung und der Fragestellung was ich verändern möchte. Vielleicht beobachte ich, dass ein Bedürfnis in Schieflage geraten ist. Wenn alleine diese Beobachtung ein unangenehmes Gefühl hervorruft und ich mich entscheide, diesem vernachlässigten Gefühl mehr Aufmerksamkeit zu widmen, dann formuliere ich eine Bitte. Schließlich will ich mir dieses Bedürfnis zu erfüllen.

Um die Wirksamkeit dieser Bitte zu steigern ist sie positiv formuliert, benennt konkrete und realistisch durchführbare Handlungen oder Verhaltensweisen. Außerdem erscheint sie erreichbar. Das heißt Du bist überzeugt,

  • dass Du der Herausforderung gewachsen bist,
  • dass es andere Personen gibt, die es bereits geschafft haben oder
  • dass es andere Personen gibt, die überzeugt sind, dass Du es schaffen kannst. Gutes Zureden von engen Freunden kann Wunder bewirken.

Wenn Deine Bitte an Dich selbst zunächst ein wenig groß erscheint, dann unterteile sie in kleinere Häppchen, kleine Zwischenziele. Durch diese kleinen Zwischenziele erzielst Du in kürzeren Abständen Erfolge, wodurch auch Deine Selbstwirksamkeits-Überzeugung im Blick auf das Gesamtziel wächst. Quasi eine agile Vorgehensweise.

Auch wenn ich bereits vor Jahren Pilgererfahrungen auf dem Jakobsweg gesammelt hatte, so lagen diese schon einige Jahre zurück. Für mich war wichtig, meine Muskulatur zu trainieren und so wanderte ich an jedem Wochenende Strecken von 15-25km und lernte täglich ein paar Vokabeln italienisch, um mich mit der italienischen Bevölkerung zu unterhalten.

Wenn Du Dein Ziel am Ende erreicht hast, gibt Dir selbst Wertschätzung dafür und Feiere! Wenn Du es nicht allumfänglich erreicht hast, gibt Dir dennoch Wertschätzung dafür und feiere, dass Du es versucht hast und feiere, das was Du daraus gelernt hast.

Magst Du gerne mehr über Selbstwirksamkeit, Bedürfnisse und Empathie erfahren? Dann komm gerne zur Online Übungsgruppe oder in eines meiner Trainings. Wenn Du Fragen hast oder beitragen magst, dann hinterlasse einen Kommentar.

Mann, wie geht’s Dir?

Eigentlich eine ganz gewöhnliche Frage, oder? Eine Frage, die man sich stellt, wenn man jemanden länger nicht gesehen oder gehört hat. Oder auch die allmorgendliche Frage, wenn man ins Büro kommt. In diesem Artikel möchte ich erzählen, wie Du davon profitierst, wenn Du Deine Gefühle bewusst wahrnimmst und benennst.

Was Du üblicherweise zu hören bekommst.

Die Frage nach der Befindlichkeit höre ich dabei eigentlich direkt nach dem Grußwort. Also zum Beispiel „Guten Morgen Kollege! Wie geht es Dir?“ und auch ich frage gerne Andere nach ihrem Befinden: „Hallo, wie geht’s Dir?“ oder hier in Hessen „Ei Gude ,Wie?“

Als Antwort höre ich da häufig gerade von Männern „Gut.“, „Geht so.“ oder „Muss ja“ oder „Naja, könnte besser sein.“ Frauen sind nach meiner subjektiven Einschätzung irgendwie gesprächiger. Sie erzählen eher wie es ihnen gerade so zumute ist und ich erinnere mich an aussagen wie z.B. „Müde, weil ich schlecht geschlafen habe“, „Gestresst, weil der daheim noch Dinge zu regeln waren“, „Voll motiviert auf die Aufgaben die gerade anstehen“, „Aufgeregt, weil eine Präsentation beim Kunden zu halten ist“, usw. Ich selbst antworte mittlerweile auch gerne ausführlicher, denn ich habe inzwischen meinen Gefühlswortschatz wiedererlernt.

Hast Du auch verlernt über Deine Befindlichkeit zu reden?

Leider habe ich es, so wie die meisten Männer irgendwann einmal verlernt über meine Gefühle zu reden. Das war doch irgendwie Mädchenkram und sowas von Un-Männlich Gefühle zu zeigen und zu äußern. Dabei pumpt bei mir als Mann kein Herz aus Stahl, sondern auch ein Herz aus Muskelfleisch das Blut durch meine Adern.

Dennoch es geht ja irgendwie um Zugehörigkeit. Und wenn ich mich der Gruppe der Männer zugehörig fühlen möchte und diese Männer eben nicht über Gefühle reden, werde ich es vermeiden, denn ich schließlich möchte ich Teil der Gruppe der Männer sein. So verliere ich zuerst die Fähigkeit meine Körpersensationen überhaupt zu empfinden, denn wenn keiner drüber spricht, sind die Gefühle wohl nicht da. Und selbst, wenn sie da wären so gebe ich Ihnen keine Bedeutung, wenn es sonst keiner tut. Sobald ich aufhöre meine Körpersensationen zu spüren und auszudrücken, verliere ich im nächsten Step das dazugehörige Vokabular.

Das ist jammerschade, denn so verliere ich auch einen wesentlichen Indikator, um wahrzunehmen, was ich eigentlich brauche. Welche Bedürfnisse sind gerade erfüllt und welche eigentlich nicht?

Wovon lässt Du Dich verführen?

Wenn die Geschwindigkeitsanzeige in meinem Wagen defekt ist, dann zeigt sie eben keine Geschwindigkeit mehr an. Ich fahre dann eben auf Verdacht die richtige Geschwindigkeit zu treffen oder orientiere mich an den anderen Wagen im Straßenverkehr. So ähnlich ist das auch wenn ich meine Gefühle nicht mehr wahrnehme, denn dann erkenne ich unter Umständen nicht mehr was ich selbst wirklich brauche. Anstatt dessen orientiere mich daran was mein Umfeld so braucht und vermute, dass ich das auch brauche. Der Nachbar hat einen neuen Sportwagen? Na dann brauche ich wohl auch was Neues.

Dabei werde ich in jenem Moment leichter verführbar, in dem ich von meinen eigenen Bedürfnissen abgeschnitten bin. Die Quellen der Verführungen sind dabei vielschichtig. Vielleicht ist es der neue Sportwagen auf der Plakatwand, der modische Anzug im Schaufenster, das neuste Smartphone im Elektrofachmarkt oder vielleicht es es ein verführerischer Blick der jungen Kollegin aus der Buchhaltung. Nur zu leicht lasse ich mich verführen, wenn der Gedanke dominiert, dass ich gerade das was mir angeboten wird auch brauche.

Die Industrie hat dabei recht klar, welche Bedürfnisse sie sich erfüllen mag. Die Unternehmen möchten mit ihren Produkten Wachstum vermelden, damit auch ihre Börsenkurse entsprechend steigen und Anleger investieren. Ebenso benötigen die Unternehmen Sicherheit und Schutz, damit der Wettbewerb sich nicht an dem geistigen Eigentum bereichert. Sie wollen vom Markt wahrgenommen werden und autonom ohne den Einfluss von Regulierungen handeln können etc.

Was brauche ich als Mann?

Und ich? Was brauche ich? Brauche ich wirklich die Playstation mit einem Ego-Shooter Spiel oder viel PS unter der Haube, um mich „abzureagieren“ und Druck abzulassen? Oder mehrere Biere nach einem harten Arbeitstag, um mich zu entspannen? Vielleicht brauche ich auch nur mal jemand der mir zuhört. Dem ich meine Verzweiflung über die Katastrophen des Arbeitstages mitteilen kann? So wie der Barmann, der keine Fragen stellt, dem ich einfach meine Geschichte erzählen kann während er sein Bier zapft.

Aber wahrscheinlich brauche niemanden der mir zuhört, denn ich bin ja ein Mann! Und als Mann löse ich meine Probleme schließlich selbst, oder? Schließlich ist Problemlösungskompetenz doch eine der männlichsten Eigenschaften überhaupt. Stimmt’s? Bist Du schon mal mit dem Wagen an fremden Orten unterwegs und hast Dich verfahren? Wie lange bist Du umhergeirrt in der Hoffnung den richtigen Weg zu finden. Auch ohne Hilfe von Navi und ohne jemand wildfremden zu fragen. An dieser Stelle werde ich mich outen, denn ich gehörte zu der Kategorie lieber eine Stunde extra Runden drehen als aktiv Hilfe in Anspruch zu nehmen. Heute ist das anders und ich fahre nach Navi – auch wenn ich dem Navi nicht immer so wirklich traue.

Autonomie, Freiheit, Selbstbestimmung sind Bedürfnisse die dabei eine Rolle spielen können. Als Mann mit meinem Orientierungssinn und Ortskenntnis kompetent wahrgenommen zu werden ist ein weiteres Bedürfnis entscheiden ist. Als Fahrer möchte ich generell mit oder ohne Navi dazu Beitragen, dass meine Mitfahrer die Sicherheit haben zur geplanten Zeit am Ziel anzukommen. Vielleicht auch, dass ich für meinen sicheren und souveränen Fahrstil gewertschätzt oder sogar geliebt werde.

Willst Du mehr Lebendigkeit und Klarheit?

Bedürfnisse die zu einem ausgeglichenen Leben beitragen sind im weitesten Sinne u.a. Autonomie, Entwicklung, Entspannung, Empathie, Körperliche Bedürfnisse, Integrität, Kreativität,Schutz/Sicherheit, Verbindung. Wenn ich mich mit meinen Bedürfnissen auseinandersetze und Klarheit über das gewinne was ich wirklich brauche, kann mein Leben unter Umständen entspannter und trotzdem lebendiger Leben und mich in der Kommunikation klar für das einsetzen was mir wichtig ist und welches Bedürfnis ich erfüllt haben möchte. Durch diese Klarheit kann ein sehr effizienter und lebendiger Lebensstil möglich werden, da ich gegen äußere Verführungen quasi immun bin.

Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest wie Du als Mann, Deine Bedürfnisse ergründen kannst und Dir durch Empathie einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kannst, dann melde Dich am Besten gleich zu meinem Training „Mann spricht Empathisch – Starke Kommunikation für Männer“ an.

Du möchtest Dir selbst erstmal ein wenig Klarheit verschaffen? Kein Problem, dann hinterlasse mir Deine eMail Adresse und Du erhältst ein bis zweimal im Monat ein paar Infos von mir.


    Wie Du Deine Feinde auf die Schnelle loswirst – Legal!

    Hast Du Feinde oder Widersacher? Also Menschen, bei denen Du schlechte Laune bekommst nur wenn Du an sie denkst oder die Dir den Tag vermiesen, wenn Du ihnen begegnest? Ich schon. Zum Beispiel habe ich Vorgesetzte aufgrund ihrer geringschätzenden Art so gut es geht ebenso gemieden wie Kollegen, die die hinter meinem Rücken vermeintliche Tatsachen über Kollegen so darstellten, dass sie bei Ihrem Chef davon profitierten. Als ich neulich nach Hause kam, fand ich 5 Müllsäcke mit Tapetenabfällen vor meiner Hofeinfahrt. Mein Gedanke: wenn ich den erwische!

    Bei allen diesen Erlebnissen bin ich verärgert oder wütend. Es ist jedoch mein Ärger und meine Wut und beides bekommt mir nicht. Mit der empathischen Haltung und dem Leit-Gedanken, dass „jeder Mensch in jedem Augenblick seinen Lebens das Beste tut was er für sein Leben tun kann“ gelang es mir meinen Ärger zu regulieren und in der Begegnung mit meinen „Feinden“ konstruktiv und professionell besonnen zu blieben.

    Du willst wissen wie das geht? Ich erkläre es Dir in diesem Artikel.

    Wer sind Deine Feinde?

    Wenn es Dir hilft schließe kurz die Augen und überlege Dir wer überhaupt Deine Feinde sind. Oft erscheinen sie ganz spontan als Assoziation zum Wort Feind. Vielleicht benötigt es auch einen Moment und diese Personen erscheinen erst dann, wenn Du Dein soziales Umfeld durchgehst. Also die Personen im Kontext Deines Berufes, der Nachbarschaft, deines Vereines, Deines Bekanntenkreises usw. Sind darunter Menschen zu welchen Du die Beziehung abgebrochen hast oder Menschen mit welchen Du die Beziehung gerne abbrechen würdest, der Kontakt jedoch unvermeidbar ist? Vielleicht sind die vergangenen Konflikte auch nicht so schwerwiegend. Vielleicht gibt es Menschen, welche Du nicht als Feind bezeichnen würdest und Ihnen dennoch eher aus dem Weg gehst, wenn es sich vermeiden lässt. Zum Einstieg bieten sich im ersten Schritt am ehesten Personen an, welche am weitesten von „Todfeind“ entfernt sind.

    Der Tanz mit Deinem „Lieblingsfeind“

    Nimm Deinen Lieblingsfeind nun mit auf das Tanzparkett. Greife zu Stift und Papier und notiere im ersten Schritt ALLE Deine Bewertungen oder Beschuldigungen die Dir zu diesem Menschen einfallen. Sei dabei bitte nicht zimperlich sondern schreibe alles auf was Dir in den Sinn kommt. Wenn Schimpfworte oder Tiernamen dabei sind, dann schreibe diese auf wie sie Dir in den Sinn kommen. Nimm Dir bitte Zeit für diesen Schritt, damit Du auch ganz sicher nichts vergisst. Falls Wiederholungen dabei sind – umso besser – das unterstreicht die Intensität und es war noch nicht so ganz aus dem Kopf draußen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Du dabei mehrere DIN A4 Seiten füllst. Lies erst weiter, wenn Dir nichts mehr einfällt, denn dann ist Dein Geist zur Ruhe gekommen.

    Abfolge der Schritte, um auf Deinen Lieblingsfeind zuzugehen.
    Der Tanz mit dem Lieblingsfeind.

    Wie machte sich diese Person zu Deinem Lieblingsfeind?

    Fokussiere Dich nun auf die reine Beobachtung, die diese Person zu Deinem Lieblingsfeind machte. Was hat diese Person in der entscheidenden Situation konkret gesagt oder getan? Welches Gefühl überkommt Dich, wenn Du an die reine Beobachtung (die an dieser Stelle auch jeder x-beliebige andere Mensch hätte machen können) denkst? Feinde lösen in der Regel keine angenehmen Gefühle aus. Vermutlich wird eine der Emotionen Ärger, Enttäuschung, Angst, Ekel, Überraschung bzw. Enttäuschung oder Trauer eine Rolle spielen. Das deutet nun darauf hin, dass eines Deiner Bedürfnisse in den Mangel geraten ist. Nimm Dir auch hier wieder Zeit, welche Bedürfnisse hier unerfüllt sind, denn es können durchaus mehrere sein. Es wäre nicht ungewöhnlich wenn Respekt, Zugehörigkeit, Sicherheit, Freiheit, Wertschätzung zu Tage treten.

    Formuliere nun eine Bitte wie Du mit diesen Erkenntnissen umgehen möchtest. Du könntest an dieser Stelle beschließen den Prozess zu beenden oder Dich bereit erklären weiterzumachen, um Dich in den Feind einzufühlen.

    Einfühlung in deinen „Lieblingsfeind“.

    Dieser Schritt mag Dir neu oder ungewöhnlich erscheinen. Wenn Du jedoch bedenkst, dass jeder Mensch in jedem Augenblick seines Lebens das Beste tut das er in diesem Moment für SEIN Leben tun kann, dann handelt Dein Lieblingsfeind aufgrund von eigenen Erlebnissen. Was könnten er zuvor wahrgenommen haben und welche Gefühle könnten bei dieser Person in diesem Moment lebendig geworden sein? Welche Strategie hat er angewendet, um welche seiner unerfüllten Bedürfnisse zu erfüllen? Welche Bitten hätte er stellen können, um von Dir weiter z.B. respektiert zu werden?

    Erneute Selbsteinfühlung.

    Wie geht es Dir JETZT, wenn Dir bewusst wird, dass sich Dein geliebter Feind diese Bedürfnisse mit seiner Handlung erfüllen wollte? Bedenke dabei: Es bedeutet nicht, dass Du mit den Handlungen einverstanden sein solltest. Sondern einfach, um das Erkennen der Bedürfnisse. Ich bin in diesem Moment oft betrübt, weil ich mir wünschen würde, dass dieser Mensch in diesem Moment eine Strategie im Blick gehabt hätte, welche die Bedürfnisse aller Beteiligten im Blick hat.

    Wie geht es Dir jetzt nach diesen Gedanken? Notiere nun Deine Wahrnehmungen, Deine lebendige Gefühle, Bedürfnisse und wieder eine Bitte um jetzt weiter zu handeln. Deine Bitte an Dich könnte jetzt sein, dass Du den Prozess an dieser Stelle stoppst, dass Du den Prozess vertagst oder die nächsten drei Schritte gehst, um Deinem Lieblingsfeind Deine Wertschätzung zu formulieren.

    Wertschätzung für deinen „Lieblingsfeind“.

    Der letzte Schritt ist unter Umständen mir Herausforderungen verbunden. Denn es geht darum Deinem Lieblingsfeind nun Wertschätzung zu übermitteln. Formuliere in der Form „Wenn ich jetzt daran denke, dass Du getan hast, fühle ich mich … weil mein Bedürfnis nach … erfüllt ist.“

    Im Unternehmenskontext könnten zum Beispiel auch durch ungewünschte Verhalten Deine Bedürfnisse nach Unterstützung, nach Produktivitätssteigerung bzw. Wachstum und somit Sicherheit des Arbeitsplatzes erfüllt werden. Im privaten Kontext könnte das Bedürfnis nach Beitragen zum Wohlergehen Anderer erfüllt sein. Vielleicht benötigst Du ein wenig Zeit, um zu erkennen welche Deiner Bedürfnisse durch das Verhalten Deines Feindes erfüllt werden. Wie gesagt, das Erkennen das sich Dein Feind durch sein Verhalten auch Deine Bedürfnisse erfüllt, mag ihn noch nicht gleich zu Deinem besten Freund machen. Es wird jedoch dazu beitragen, die nächste Begegnung zu entspannen und unter Umständen verändern.

    Wie geht es Dir jetzt? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar dazu.

    Diese und andere Übungen sind Bestandteil meiner Übungsgruppen. Um keinen Termin zu verpassen registriere Dich am Besten gleich zu meinem Newsletter.


      Jahresrückblick 2021

      Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende. Das kleine Virus ist noch immer täglicher Begleiter und außer einem neuen US Präsidenten gibt es auch einen neue Bundesregierung. Am Jahresende blicke ich gerne zurück und ziehe eine kleine Bilanz: Was hat sich für mich verändert? Worauf will ich auch im kommenden Jahr nicht verzichten? Was habe ich aus Fehlern gelernt? und Wie komme ich auf anderen Wegen zum Ziel (also zur Erfüllung meiner Bedürfnisse)?

      So habe ich mir als Jahresziel vorgenommen, meine Fitness wieder aufzubauen und 1.200km verteilt auf die 12 Monate joggend oder wandernd zurückzulegen. Zum Jahresbeginn, waren es monatlich jeweils über 100km, wodurch die die etwas „schwächeren Sommermonate“ gut ausgleichen konnte. Im Rückblick freue ich mich, dass ich konsequent drangeblieben bin und durch die Bewegung meiner Gesundheit wohl getan habe.

      Ebenso feiere ich die 23 durchgeführten Online Übungsgruppen mit Themen rund um die Empathische Kommunikation wie unter anderem Geld, Ängste, Identität, Glaubenssätze und die inneren Teams. Dabei lag der Schwerpunkt immer auf den zentralen Elementen Beobachtungen, Befindlichkeiten, Bedürfnissen und Bitten.

      Januar

      Voller Zuversicht startete ich im kleinen Kreis und ohne großes Feuerwerk in das neue Jahr 2021. Ein neuer US Präsident kam ins Amt, was mich hoffen lässt, dass mediale Entspannung eintritt und ich vor „Schreckensnachrichten“ verschont bleibe. Auch ein Impfstoff gegen Covid-19 ist in Aussicht, das stimmt mich zuversichtlich, dass die Pandemie bald ein Ende hat. Ergo es kann doch nur ein erfreuliches Jahr werden, obwohl sich Deutschland gerade im Lockdown befindet und Treffen mit Freunden nur im kleinsten Kreis gestattet sind.

      Februar

      Ich bedaure, dass die geplanten Präsenztrainings abgesagt wurden. Gleichzeitig feiere ich, dass ich bei Frank Gaschler bei einem Online Training assistieren durfte und auch zum Online GFK Tag des Darmstädter Netzwerkes mit einem Workshop zum Thema „Verzichten“ beitragen durfte.

      März

      Ich freue mich über die Kreativität mancher Gastronomen, die neue Strategien zur Bewirtung entwickelt haben. Bei sogenannten „Wohnmobil-Dinners“ kann man mit dem eigenem Wohnmobil auf den Restaurant-Parkplatz fahren wird dort im eigenen Wohnmobil bedient. Eine Idee die ich gerne unterstützte. So fuhr ich zu Ausflügen, um unbekannte Orte zu erkunden und anschließend eine leckere Mahlzeit zu genießen.

      Kurz vor Ostern erkundete ich den Ort, den ich ich in meiner Kindheit an jedem Wochenende mit meinen Eltern besuchte: Das Örtchen Hering bei der Feste Otzberg im Odenwald. Anhand älterer Fotografien erkundete ich die Landschaft, die sich innerhalb der vergangenen 50 Jahre deutlich veränderte. Von den Wochenendhütten waren nur noch die Fundamente zu sehen. Ich bin dankbar für die Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner die sich noch gut an die Wochenendsiedlung erinnern konnte und mir Hinweise auf mögliche Standorte gaben.

      April

      Es ist Ostern, für mich das Fest von Ende und Neuanfang. Ich bin inspiriert und verfasse dazu den Blog-Artikel Ostern – Scheitern, Trauern, Neubeginn. Inzwischen sind die Tage auch wieder länger als die Nächte und ich genieße die Natur, die sich gerade neu entwickelt. Ganz im Gegensatz zum täglichen Leben, welches durch den Lockdown noch immer eingeschränkt ist. Ich freue mich auf meine erste Covid-19 Impfung, da ich damit die Hoffnung eine Rückkehr in eine neue Normalität verbinde.

      Auch in diesem Jahr wollte ich wieder Urlaub in Italien Urlaub machen. Was mich bislang davon abhielt waren meine ungenügenden italienisch Kenntnisse. Also beschloss ich daran zu arbeiten und meine Bedürfnisse nach Entwicklung und Wachstum durch tägliche Italienisch Lerneinheiten mit dem Online Angebot von Duolingo zu erfüllen.

      Mai

      Im vergangenen Jahr fiel der Staufenlauf gänzlich aus. In diesem Jahr haben wir uns im Organisationsteam auf die Ziele besonnen die wir mit diesem Lauf verbinden. Nämlich Kinder und Erwachsene für einen guten Zweck in die Natur und ans Laufen bringen. Im Vorfeld des Laufes gab es viel Unsicherheit, ob es ein Lauf unter gewohnten Bedingungen geben wird oder einen rein virtuellen Lauf. Deshalb sahen wir im Konzept beides vor. Das Gesundheitsamt erteilte uns für den Präsenzlauf verständlicherweise eine Absage. Doch der virtuelle Lauf mit individueller Zeitnahme und der Schülerlauf im Rahmen des Schulsports konnte durchgeführt werden.

      Ich feiere noch immer, dass wir durch gemeinsames Engagement eine Spendensumme von über €4.000,- sammeln konnten. Weitere Highlights waren für mich die T-Shirt-Übergabe auf dem Pausenhof und die Spendenübergabe an lokale gemeinnützige Vereinigungen wie z.B. das Haus Walburga der Lebenshilfe, die Leberecht und die ARQUE Stiftung. Dieses Projekt mit einem engagierten Team zu leiten erfüllte mir vollends meine Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Beitragen und Sinn.

      Die pandemiebedingten Kontakt- und Reisebeschränkungen wurden gelockert und ich fuhr mit meinem Reisemobil nach Italien. Dort erkundete ich, gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin, zunächst Bozen. Ich erfreute mich an den angenehmen Temperaturen und musste mich erst wieder daran gewöhnen ein Restaurant zu besuchen. Es fühlte sich ungewohnt und befremdlich an. Auch der Museumsbesuch von Ötzi erstaunte und begeisterte mich. Ich war fasziniert, wieviele Informationen nach über 5.000 Jahren noch rekonstruiert werden können.

      Von Bozen ging die Reise über Abano Therme weiter nach Venedig, das weitgehend frei von großen Touristenmengen war. Ich hatte richtig viel Freude Venedig zu erkunden und konnte die Lagunenstadt richtig genießen. Von dort ging es weiter nach Ravenna. Der Stellplatz am Lido di Dante war genau nach meinem Geschmack. Die Stellplatzbetreiber strahlten eine Ruhe und Gemütlichkeit aus von der ich mich gerne anstecken ließ.

      Juni, Juli, August

      In Italien bestand eine Testpflicht, der ich nachkommen wollte. Ich war jedoch völlig verwundert darüber, dass die Schnelltests einerseits gebührenpflichtig waren und die Testzentren nur mit Mühe zu finden waren.

      Auf der Rückfahrt verweilte ich noch ein paar Tage am Gardasee, ein weiterer Ort meiner Kindheit. Meine Eltern fuhren in den siebziger Jahren gerne in den Sommerurlaub nach Limone und nahmen mich mit. Zurück ging es über Tirol und Lindau am Bodensee. Ich wollte rechtzeitig zurück sein, um meine zweite Impfung zu bekommen.

      In den Monaten Juli und August fanden sich leider nicht genügend Teilnehmer für geplante Trainings zur „Empathischen Kommunikation“. Das frustrierte mich und gleichzeitig war ich voller Zuversicht, dass sich bei rückläufigen Covid-19 Fallzahlen schon bald die Trainings wieder füllen werden. Die Sommermonate vergingen wie im Flug, auch wenn dieser Sommer irgendwie ein wenig feuchter und kühler als die vergangenen Sommer war. Dennoch verbrachte ich die Wochenenden im Reisemobil, wanderte und radelte viel.

      September

      Im September ging es wieder nach Italien in südlichere Gefilde. Diesmal zunächst nach Assisi, wo ich meine Inspiration für meine nächste Pilgerreise fand. Dort fasste ich den Entschluss in 2022 von Florenz über Assisi nach Rom zu pilgern. Während dieser Reise trugen meine italienischen Sprachkenntnisse bereits erste Früchte, denn ich konnte mehr verstehen und auch ein wenig reden. Das ermutigt mich dranzubleiben. Weiter ging es zum Vesuv mit einen grandiosen Blick über die Bucht von Neapel. Dort irritierte und inspirierte mich ein Mensch auf einem Parkplatz zum Schreiben des Beitrages Opfer der Mafia oder meiner Gedanken?

      Salerno, die Amalfiküste, Paestrum waren weitere Stationen der Tour. Der Rückweg führte durch Rom, das aufgrund der Pandemie vor allem von Fernreisenden wenig besucht werden konnte. Ich zehre noch immer von den Eindrücken der Reise, vom entspannten Baden im Meer, von traumhaften Sonnenuntergängen. Für mich gab es frische Impulse für die dunklere Jahreshälfte.

      Ich war überglücklich, dass Ende September das Wochenend-Training „Mann spricht Empathisch – Starke Kommunikation für Männer“ stattfinden konnte. Die begeisterten Rückmeldungen der Teilnehmer verschafften mir zusätzliche Energie.

      Oktober

      Anfang Oktober durfte ich einen Workshop der Arbeitsgruppe „Name und Programm“ zu moderieren. Es geht dabei darum für die sieben Pfarreien des pastoralen Raumes Main-Taunus-Ost einen neuen Namen zu finden. Dahinter stecken Menschen mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen, die sich um Zugehörigkeit, Identifikationen, etc. sorgen und ich freue mich, dass ich Teil dieses recht komplexen Prozesses sein durfte.

      November

      Ich feierte Anfang November in größerem Kreise als zuvor meinen Geburtstag. Ich feiere meine Gesundheit, meine Lebendigkeit und die Gemeinschaft mit meinem Freundeskreis. Weiter feiere ich, dass mein weiteres Wochenend-Training „Empathie im Alltag – Wie bekomme ich was ich wirklich brauche?“ stattfinden durfte und ich weitere Menschen auf ihrem Weg zu mehr Empathie im Alltag ein Stück begleiten durfte.

      Seit Ende November sind die Nachrichten weniger erquicklich, denn die Corona Fallzahlen schnellen in die Höhe. Es ist die sogenannte vierte Welle. Es gibt teilweise Zugangsbeschränkungen zu Weihnachtsmärkten, wo nur noch geimpfte und genesene Menschen Zutritt zu Glühwein und Bratwurst erhalten.

      Dezember

      Ich liebe es Licht in die Dunkelheit zu bringen. So habe ich wie im vergangenen Jahr in jedem Fenster einen leuchtenden Weihnachtsstern installiert. Ich erfreue mich jedes Mal die bunten Lichter zu sehen.

      Die neue Bundesregierung ins nun im Amt und der Trend gegen die Pandemie ist die Booster-Impfung. Auch hier mache ich mit und hoffe, damit einen Beitrag zum Eindämmen der Pandemie zu leisten.

      In diesem Jahr gibt es auch wieder Weihnachtsmärkte und ich erfreue mich an den kleinen Köstlichkeiten. Die Weihnachtsmärkte sind nicht so überfüllt wie in früheren Jahren und ich hoffe das die Standbetreiber irgendwie soviel umsetzten, dass sie ihre Existenz sichern können.

      Wenn ich zurückblicke, war es wieder ein lebendiges Jahr und ich bin dankbar für dieses Jahr und die Herausforderungen die es an mich gestellt hat. Abschließend möchte ich den Menschen meine Dankbarkeit ausdrücken, die ich kennenlernen und deren Leben ich bereichern durfte, die mich durch andere Meinungen inspirierten und die mein Leben in irgendeiner Art bereicherten.

      Muss I denn ….

      „Muss I denn, Muss I denn, zum Städele hinaus…“ so beginnt ein volkstümlicher Liedtext eines Wanderliedes aus dem 19. Jahrhundert, das auch von Elvis Presley unter dem Titel „Wooden Heart“ gesungen wurde. In dem Liedtext geht es darum, dass ein Wanderer seine Geliebte verlassen muss, ihr jedoch verspricht treu zu bleiben und zu heiraten , wenn er zurückkehrt. Musste er wirklich weg oder dachte er nur er müsste weg?

      Denkst Du nahezu täglich, dass Du irgendetwas MUSST? Also, wenn ich an Tagesabläufe zurückdenke, dann muss ich erstmal aufstehen, dann muss ich zur Morgentoilette und zum Zähneputzen ins Bad. Als nächstes muss ich dringend einen Kaffee trinken und dann muss ich anfangen zu arbeiten. Irgendwann muss ich Mittagessen und auch Feierabend machen, denn ich muss ja noch ein paar Einkäufe erledigen. Irgendwann muss ich ins Bett gehen und davor muss ich auf jeden Fall noch den Wecker stellen. Im Jahresverlauf muss ich noch Versicherungsbeiträge und auch meine Steuern zahlen. Aber MUSS ich das wirklich alles?

      Klingt das nach auferlegten Zwängen, wenn ich das alles tun MUSS? Es klingt fast so als hätte eine fremde Macht die Herrschaft über mich übernommen. Wie fühlt es sich an, wenn ich etwas tun muss? Ausgeliefert? Hilflos?

      Es was „tun müssen“, übersetze ich mit es „nicht tun wollen“. WILL ich selbst wieder das Steuer in die Hand nehmen? Dann lohnt es sich einen Blick auf die Bedürfnisse zu werfen, die ich mir mit den „aufgezwängten“ Handlungen erfülle.

      Ja! Ich Will!

      Wenn ich mir darüber im Klaren bin, welche Bedürfnisse ich mir mit meinen täglichen Handlungen erfülle, schaffe ich mir mehr Klarheit. Wenn ich etwas tun WILL, nehme ich das Ruder wieder selbst in die Hand und entscheide mich bewusst dafür es zu tun oder beginne darüber nachzudenken, welche anderen Möglichkeiten es noch geben könnte eben diese Bedürfnisse zu erfüllen. Vielleicht empfinde ich dann sogar Freude an den Aktivitäten, denn es ich bekenne mich zu diesem Weg meine Bedürfnisse zu erfüllen.

      Wie schaut mein Tagesablauf aus, wenn ich die Dinge tun WILL? Ich will morgens aufstehen, denn es ist mir wichtig meine Lebenszeit mit Sinnhaftigkeit zu erfüllen. Meine Zähne will ich mir täglich putzen, damit sie mir so lange wie möglich erhalten bleiben und ich beim nächsten Zahnarztbesuch keine unangenehme Überraschung erlebe. Ich will einen Kaffee trinken, damit ich angeregt werde. Mit der Arbeit will ich beginnen, weil ich mit Sinnhaftigkeit zum Erfolg meines Unternehmens beitragen möchte, weil ich die Gemeinschaft mit den Kollegen:innen und Kund:innen schätze und weil ich dort gesehen und gehört werden will. Ich will Mittagessen, um meine Leistungsfähigkeit zu erhalten und will einkaufen, damit ich meine Speisen daheim zubereiten kann. Am Abend werde ich müde und will schlafen, um mich zu erholen und um meine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit wieder herzustellen. Den Wecker will ich schließlich stellen, weil mir Pünktlichkeit und eine Tagesstruktur wichtig ist.

      Schließlich will ich auch meine Steuern bezahlen, damit ich weiterhin von den staatlichen Einrichtungen wie Bildungseinrichtungen, Polizei, Feuerwehr, etc. profitieren kann. Ebenso die Versicherungsbeiträge, da sie mein persönliches Schadensrisiko in überschaubarem Rahmen halten.

      Freie Entscheidung in drei Schritten

      Der Weg zur Selbstbestimmung erfolgt in drei Schritten. Willst du es angehen? Dann notiere im ersten Schritt untereinander alle konkreten Aufgaben von denen Du denkst, dass Du sie tun musst, obwohl sie Dir keine Freude bereiten. Betrachte diese Liste im zweiten Schritt und mache Dich mit dem Gedanken vertraut, dass Du Dich dazu entschieden hast diese Dinge auf freier Entscheidung zu tun. Dr. Marshall B. Rosenberg empfiehlt vor jede Zeile „Ich habe frei gewählt ….“ zu schreiben. Mache Dir im dritten Schritt bewusst, was du eigentlich erreichen möchtest indem Du die konkreten Aufgabe erledigst bzw. welches Bedürfnis Du Dir damit erfüllst. Vervollständige schließlich den Satz in der Form: „Ich habe frei gewählt …, denn ich möchte …“.

      Betrachte diese Liste und spüre nach, ob es ein Satz gibt, bei dem Du einen Widerstand wahrnimmst. Falls der Widerstand hoch ist, überlege Dir welche anderen Möglichkeiten es gibt, um Dir dieses Bedürfnis zu erfüllen. Marshall B. Rosenberg beschreibt in seinem Buch „Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens“ wie er bei dieser Übung erkannte, dass er als klinischer Psychologe Patientenberichte schreiben musste. Er erkannte, dass er die Berichte nur schrieb, um sein Einkommen zu erhalten. Als er erkannte, dass Geld die Hauptmotivation war, wurde ihm klar, dass es andere Möglichkeiten gab finanziell für sich zu sorgen als Patientenberichte zu schreiben.

      Wenn man etwas tun muss, dann kann es außer Geld noch andere Motivationen geben etwas zu tun, dass man eigentlich nicht gerne tut. Dazu gehören der Hunger nach Bestätigung und aus dem Wunsch heraus zu handeln gemocht zu werden. So wie Kinder ihr Zimmer vielleicht nicht aus einem inneren Bedürfnis nach Ordnung und Struktur heraus aufräumen, sondern nur weil sie geliebt werden wollen. Oder weil sie einer angedrohten Strafe entgehen möchten. Auch das Vermeiden von Scham und Schuld sind Gründe manche Dinge zu tun, die wir eigentlich verabscheuen. Letztlich bleiben noch all die Tätigkeiten, die aus Pflichtgefühl getan werden, weil sie eben von uns erwartet werden und scheinbar jede eigene Entscheidungsfreiheit ausklammern.

      Fazit

      Ich möchte selbstverständlich niemanden davon abhalten weiterhin Dinge tun zu müssen! Mir hilft die Sichtweise der GFK jedoch, die Dinge die ich tue und vielleicht nicht tun möchte aus einer anderen Energie heraus zu tun. So ist alles was ich erledigen MUSS prinzipiell schwer und ich finde wenig Motivation. Wenn ich jedoch etwas erledigen WILL, weil ich mir damit ein lebensdienliches Bedürfnis erfülle und ich mich auch bewusst dafür entschieden habe, dann geht die Aufgabe gleich viel leichter von der Hand.

      Übrigens. Als ich mich im Jahr 2013 auf die 2.400km lange Strecke nach Santiago di Compostella begab musste ich nicht zum Städele hinaus – ich wollte.

      Wie geht es Dir mit der Übung? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, was Du dank der Übung nun gerne machst oder ob es etwas gibt, dass Du immer noch tun musst.

      Achtung Unfallgefahr!

      Kambodscha 2015 – (c) Peter H. Schmitt

      Heute morgen dachte ich mir, ich lasse das Auto stehen und fahre anstatt dessen mit dem Fahrrad. Das sollte sowohl meinem ökologischen Fußabdruck als auch meiner Figur und meiner Gesundheit zu Gute kommen. Es gibt nicht überall Fahrradwege und so fuhr ich durch ein Wohngebiet. Ca. 50m vor mir erreichte ein Wagen gerade seine Parkposition. Kkaum kam der Motor zum Stillstand riss der Fahrer die Autotür auf. In diesem Moment war ich elf Meter von einem Aufprall mit der Türinnenseite entfernt. Geistesgegenwärtig rief ich ein lautes „Ehhhh!!!!“ und wich aus, um die vermutlich schmerzhafte Kollision zu vermeiden.

      Nachdem ich mich vom dem Schreck erholt hatte, kam mir in den Sinn, dass die meisten Unfälle wohl in der Unachtsamkeit beider Unfallbeteiligter begründet sind. Nehmen wir beispielsweise einen Fahrer der versehentlich eine rotes Ampelsignal nicht beachtet. Es kommt unweigerlich zum Zusammenstoß, wenn der Fahrer mit dem grünen Ampelsignal nur auf sein eigenes grünes Ampelsignal achtet. Wenn der Fahrer mit dem grünen Ampelsignal jedoch die Situation überblickt und rechtzeitig bremst bzw. erst gar nicht losfährt, kann der Unfall vermieden werden. Selbstverständlich fließt der Verkehr auch dann kollisionsfrei, wenn sich beide an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten.

      Straßenverkehr in Kambodscha

      Das Bild habe ich 2015 bei einer Urlaubsreise in Kambodscha aufgenommen. Es ist ein armes Land. Ampelanlagen gibt es, jedoch wurden diese nicht immer beachtet. Im Straßenverkehr wurde eher einfühlsam miteinander umgegangen. An unterschiedlichen Kreuzungen konnte ich beobachten wie LKWs, PKWs, Mopeds und Tuk-Tuks aus unterschiedlichen Richtungen kommend langsam auf die Mitte einer Kreuzung fuhren. Dort arrangierten sie sich achtsam und ohne Regeln, um ihre Fahrt körperlich unversehrt und ohne Blechschaden sicher zu überqueren. Mir gefiel es zu beobachten, dass es immer wieder Lösungen gab, weil alle Fahrer nicht nur die eigenen Bedürfnisse sondern auch die Bedürfnisse der anderen Fahrer, eben nach Sicherheit und Vorankommen, im Blick hatten. Und das ganz unabhängig von der Größe ihres Fahrzeugs.

      Was hat das mit Empathie zu tun?

      Ebenso verhält es sich in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Wenn jeder der Gesprächspartner auf der Richtigkeit seiner eigenen Meinung beharrt und andere davon überzeugen möchte, kommt es zu verbalen Kollisionen. Wenn jedoch nur ein Gesprächspartner empathisch hinhören kann, kommt es zur Verständigung und Vorankommen. Es bedeutet außer den Sachinhalt zu erfassen, auch Gefühle und Bedürfnisse des Gesprächspartners zu erkennen.

      Werden die Gefühle und Bedürfnisse des Gesprächspartners erkannt und gespiegelt, fühlt er sich mit dem verstanden worum es ihm wirklich geht. Das Gespräch kommt auf eine andere Ebene, obwohl ich in einer anderen Richtung unterwegs sein kann.

      Wenn Du gerne mehr über das empathische hinhören erfahren magst, dann melde Dich gerne zu meinen Übungsgruppen oder Trainings an.

      Money, Money, Money

      „Money, Money, Money must be funny in the rich man’s world.“ singt Abba in ihrem Nummer 1 Hit aus 1976. Im Liedtext geht es darum, dass eine Frau quasi pausenlos arbeitet, um Geld zu verdienen. Das Geld reicht aber vorne und hinten nicht. So stellt sie sich in ihren Träumen vor, dass sie mit einem reichen Kerl ein angenehmeres Leben hätte und wenn sie keinen findet, in Monaco oder Las Vegas Glück beim Spiel hat, um ein unbeschwertes Leben zu führen. Echt jetzt?

      Irgendwie hat mich dieser Abba Song dazu inspiriert das Thema Geld mit Hinblick auf die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation hin zu betrachten.

      Achtsame Beobachtung zu Geld.

      „Geld“ gibt es in unterschiedlichen Ländern als farbig bedruckte Scheine oder geprägte Münzen. Geld kann man achtsam mit allen Sinnen erfassen. (Wobei ich im folgenden den Geschmacks- und Geruchssinn unberücksichtigt lasse.)

      Ich kann Geld sehen. Die Geldscheine sind rechteckig und unterscheiden sich in Farbe, Größe, Motiv oder Muster. Auf jedem Schein ist sein Wert aufgedruckt, der geringer ist als der Wert des Scheines selbst. Im Euro Raum gibt es 5, 10,20,50,100,200 und 500 Euro Scheine. Vorder- und Rückseite der Scheine sind mit unterschiedlichen Motiven gestaltet. Jeder Geld Schein ist zudem fälschungssicher, damit er nicht in kopierter Form als „Blüte“ in den Umlauf kommt. Für kleinere Beträge gibt es Münzen. Auf jeder Münze ist ihr Wert eingeprägt. Es gibt 1, 2, 5 , 10, 20, 50 Cent und 1 und 2 Euro Münzen. Die meist runden Münzen unterscheiden sich durch Größe, Material und eingeprägtem Motiv.

      Ich kann Geld hören. Die Geldscheine rascheln anders als Tankbelege, Zeitungspapier oder Schreibpapier. Die Münzen geben blecherne Töne von sich, wenn sie im Portemonnaie mit anderen Geldstücken kollidieren oder wenn sie aufgrund der Erdanziehung fallen.

      Ich kann Geld anfassen. Beim Betasten eines Geldscheines kann ich eine gewisse Struktur spüren. Die Münzen sind unterschiedlich geprägt. Die Cent und Euro Münzen sind am Rand unterschiedlich geprägt, so dass sie auch durch reines Betasten unterschieden werden können.

      Die Menge des mir zur Verfügung stehenden Geldes erhalte ich, wenn ich das was gerade in meiner Geldbörse steckt zu dem addiere was ich auf meinem Konto- und/oder Kreditkartenauszug sehe. Da kommt in der Regel eine Zahl heraus die entweder größer, kleiner oder eben gleich Null ist. Wenn ich Geld ganz nüchtern ausschließlich mit meinen Sinnen betrachte (wie Geld riecht oder schmeckt, habe ich bewusst nicht beachtet), fällt mir auf, dass diese Scheine und Münzen alleine, nur für sich betrachtet, für mich völlig bedeutungslos sind. Wie geht es Dir wenn Du Geld mit Deinen Sinnen erfasst?

      Wozu brauchen wir Geld?

      Bedeutung bekommt das Geld erst in dem Moment, wenn ich es mit meinen Gedanken verknüpfe, überlege was ich damit anstellen kann und gegen welche Waren oder Dienstleistungen ich es tauschen kann.

      Wenn ich auf den Kontoauszug des letzten Monats zurückblicke, dann brauchte ich mein Geld für Miete, Hypotheken, Ver- und Entsorgung (Strom, Heizung, Wasser, Internet), Lebensmittel und Drogerieartikel, wie zum Beispiel Toilettenpapier (um das Thema mal wieder aufzugreifen), Versicherungsbeiträge zur Sicherung unsere Geldes (falls eines der Risiken des Alltags einmal eintritt), Rücklagen für die Altersrente und Reparaturen, Urlaub und kulturelle Aktivitäten. Außer der monatlichen Kosten brauche ich Geld, für Mobiliar, Kleidung und Investitionen wie z.B. Auto, Fahrrad, Fernseher oder Computer.

      Geld benutze ich also in erster Linie, um mir Bedürfnisse zu erfüllen. Geld ist demzufolge selbst kein Bedürfnis sondern ein Weg, um mir meine Bedürfnisse zu erfüllen.

      An dieser Stelle bitte ich Dich einen Augenblick inne zu halten und eine Liste zu erstellen, wofür Du Dein Geld ausgibst und welche Bedürfnisse Du Dir damit erfüllst. Zum Beispiel könnte die Anschaffung eines Fernsehers die Bedürfnisse nach Zerstreuung, Ablenkung, Entspannung oder auch Spannung (je nach gewähltem Genre) erfüllen. Wenn ich ein 65″ Flatscreen anschaffe, um Bekannte zum Fußballschauen einzuladen, dann erfüllt es mir vielleicht Gemeinschaft oder Geselligkeit und vielleicht auch Beitragen oder „Gesehen werden“.

      Geld und Gefühle.

      Obwohl ich geschrieben habe, dass Geld für sich betrachtet eigentlich bedeutungslos ist, so steht dessen Vorhandensein beziehungsweise die Abwesenheit von Geld in gewissem Zusammenhang mit unserer Stimmungslage.

      Stelle Dir bitte kurz vor, Du gehst zum Geldautomaten der Bank oder Sparkasse Deines Vertrauens und dort wird Dir die Ausgabe von Bargeld verweigert. Anschließend gehst Du zum Kontoauszugsdrucker, falls Dir die EC-Karte noch nicht eingezogen wurde, und Du siehst auf Deinem Auszug, dass Dein Kontostand mit einem kompletten Monatsnettoeinkommen (also z.B. € -2.097,- dem Durchschnittseinkommen aller Deutschen) im Minus ist. Welcher Gedanke geht Dir als erstes durch den Kopf? Wie fühlst Du Dich in diesem Moment? Ist es eher Sorglosigkeit oder Hilflosigkeit?

      Angenommen, ich hätte am 15.Mai 2021 die Zahlen 2-5-15-25-26-41 auf einen Lottoschein geschrieben und abgegeben, dann hätte ich heute mit 6 Richtigen eine Summe von €1.068.884,20,- auf meinem Konto. Die Zahl selbst ist im Vergleich zu dem Betrag der in meiner Bilanz als Einnahmen steht groß und gleichzeitig hat dieser Betrag an sich keine Bedeutung. Es ist eine Zahl die auf einem Blatt Papier oder auf dem Computermonitor zu lesen ist. Bedeutung bekommt diese Zahl durch meine Gedanken, wenn ich beginne mir zu überlegen, welche Bedürfnisse ich mir damit erfüllen kann.

      Ich könnte Freiheit genießen und die Welt bereisen, meine Schulden tilgen und ein sorgenfreies Leben führen. Oder ich könnte zur Entwicklung beitragen und eine Hilfsorganisation gründen, um Schulen in Afrika zu bauen oder Brunnen zu graben. Oder ich könnte meine Freude teilen und in meinem Lieblingslokal eine Runde nach der anderen spendieren. Alleine wenn ich mir vorstelle, dass ich mir diese Bedürfnisse erfüllen könnte, stellt sich ein Gefühl von Freude und Leichtigkeit ein. Kaum sind diese Gedanken gedacht, meldet sich jedoch auch mein innerer Zweifler und bringt Gedanken wie „Was ist bloß, wenn das Geld plötzlich entwertet wird?“ oder „Wie wäre es, wenn ich nur noch aufgrund meines Geldes anerkannt und geliebt werde?.“ in mein Bewusstsein. Schon räumt die Freude das Bewusstsein und gibt Gefühlen von Zweifel und Unsicherheit den Platz frei.

      Gehe wieder kurz in Dich und frage Dich, was Du mit einer größeren Menge Geld machen würdest. Frage Dich im zweiten Schritt, welche Bedürfnisse Du Dir damit erfüllen würdest. Finde zu jedem Bedürfnis drei Wege, wie Du Dir diese Bedürfnisse auch erfüllen könntest.

      Umgang mit Geld.

      Wir Menschen gehen unterschiedlich mit Geld um. Den einen mag es weniger berühren, wenn der Kontostand, um ein Monatsgehalt in der Soll-Zone ist und andere mögen existentielle Ängste plagen, wie es denn zu schaffen ist aus der Schuldenzone wieder herauszukommen. Ich glaube das ist auf die Parameter Perspektive und Glaubenssätze zurückzuführen:

      • Perspektive: Wie kann ich wieder Geld erwirtschaften, um die entstandene Lücke zu füllen?
      • Glaubenssätzen: Was habe ich seit frühester Kindheit über Geld gehört und glaube, dass es wahr ist? Zum Beispiel:
        • „Geld regiert die Welt.“,
        • „Geld verdirbt den Charakter.“,
        • „Haste was dann biste was.“ bzw. „Haste nix dann biste nix.“
        • „Geld allein macht auch nicht glücklich.“,
        • „Geld hat man zu haben.“ (§275 BGB),
        • „Andere lieben mich nur aufgrund meines Geldes“ oder
        • „Über Geld spricht man nicht.“?

      Diese und ähnliche Sätze schnappte ich seit meiner Kinderzeit von meinen Eltern und anderen Erwachsenen einprägsam auf. Wie war es denn früher in Familien? Da gab es Kinder die hatten von Hause aus irgendwie alles. Geld war nie ein Thema es war einfach da. Und dann gab es Kinder, da mussten beide Elternteile arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dementsprechend unterschiedlich werden auch die Geld-Glaubenssätze sein die jeder von uns gehört haben könnte. Ich erinnere mich noch daran, dass sich meine Eltern nicht alles leisten konnten was sie gerne gehabt hätten. Auch Sparsamkeit war stets ein Thema .

      Wie leicht entwickelt sich aus dem Spruch „Haste was, dann biste was!“ ein „Haste mehr, dann biste mehr!“? Je mehr Geld jemand hat, desto höheres Ansehen genießt er. Also muss es doch erstrebenswert sein viel Geld zu besitzen. Ist das so, dass die Höhe des Einkommens auch den Selbstwert bemisst?

      Eines ist zumindest sicher. Es ist von Vorteil ein Einkommen zu erzielen, das ermöglicht die Miete zu bezahlen, hungrige Mägen zu stopfen und vielleicht noch ein wenig für Urlaub oder andere Anschaffungen und ein paar Rücklagen zur Verfügung zu haben. Gerade in Familien besteht in diesem Umfeld ein hohes Konfliktpotential. Wie teilt man das Familieneinkommen am Nützlichsten? Besteht die Bereitschaft für den zweiwöchigen Italienurlaub die Anschaffung einer Sitzgruppe zurückzustellen? Über die unterschiedlichen Bedürfnisse zu reden hilft Lösungen zu finden, welche die Bedürfnisse aller erfüllen.

      Auch hier lade ich Dich wieder ein inne zu halten und zu überlegen, welche Glaubenssätze Du über Geld kennst. Notiere diese Glaubenssätze und überlege im nächsten Schritt, wie dienlich Dir diese Glaubenssätze sind und welche Du gegebenenfalls transformieren möchtest. (Wenn Du Deine Glaubenssätze über Geld im Rahmen eines Coachings lebensdienlich transformieren möchtest, dann sprich mich gerne an. Eine Ausführung an dieser Stelle würde diesen Beitrag sprengen.)

      Ausblick

      Das Thema Geld kann man noch unter vielen anderen Gesichtspunkten betrachten. Da sind die Gehaltsverhandlungen beim ersten Job, da wird Geld zur Bestrafung eingesetzt und auch als Zeichen meiner Wertschätzung wie z.B. beim Trinkgeld. Außerdem regt Marshall B. Rosenberg an das Konzept von Geld in Wert zu transformieren. Deshalb werde ich es sicherlich nochmal in einem weiteren Beitrag aufgreifen.

      Welche Ideen, Impulse oder Fragen hat dieser Beitrag bei Dir ausgelöst? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar dazu.

      Lass‘ mich in Ruhe!

      Stell Dir vor Du bist unter Termindruck, weil Du ein wichtiges Dokument innerhalb der nächsten 30 Minuten fertig stellen möchtest. Da kommt Deine Frau oder Dein Kind mit einem wichtigen Anliegen ins Homeoffice. Oder im Büro kommt ein Kollege auf Dich zu und hat eine Frage bezüglich eines Unternehmensprozesses oder mag einfach seine privaten Erlebnisse teilen. Wie reagierst Du in solchen Momenten? „Du entschuldige, ich habe gerade keine Zeit!“ ist vielleicht Deine Reaktion. Es folgt „Ach sei doch nicht so, ist nur ganz kurz!“ wird Dir entgegnet und man beginnt Dir sein Anliegen zu auszudrücken. Du wurdest offensichtlich in Deinem Bedürfnis nach Ruhe, um störungsfrei und effizient zu arbeiten nicht wahrgenommen. Das einzige Mittel scheint ein Hilferuf wie z.B. „Lass‘ mich bitte in Ruhe!“ oder „Zisch‘ ab!“ oder „Raus!“.

      Das klingt jetzt nicht sehr gewaltfrei, oder? Jede der genannten Aussagen drückt aus, was die andere Person jetzt unmittelbar tun soll. Vielleicht gehst auf deren Anliegen ein, weil Du Dich um die Beziehung sorgst oder einfach nett sein willst. Dadurch verkürzt sich jedoch Deine Zeit und deine Anspannung steigt. Also alles in allem gehst Du in diesem Fall auch nicht gerade besonders fürsorglich mit Dir selbst um, oder?

      Verbale Selbstverteidigung – der Giraffenschrei.

      Bei solchen Begebenheiten oder auch in Situationen von Angst oder Panik, wenn alte Wunden aufgerissen werden oder Menschen die sich nicht (mehr) um sich selbst kümmern können, wie z.B. ältere Menschen oder Kinder, verbal oder körperlich angegriffen werden, hilft der sogenannte Giraffenschrei. Dabei nutzen wir unsere Energie und drücken klar aus was wir brauchen ohne den anderen zu maßregeln.

      Wir sagen oder rufen einfach „Stopp!“, so dass der andere unmissverständlich weiß, dass Du Dich in „Not“ befindest. Füge noch dein Bedürfnis hinzu, welches gerade in dieser Situation im Mangel ist. „Stopp!!! Ich brauche gerade Ruhe, um konzentriert zu arbeiten.“ oder „Stopp! Dieses Thema ist für mich gerade ganz schwer zu ertragen.“ Verwende möglichst kurze und prägnante Sätze. Um die Ernsthaftigkeit des Stopp-Signals zu unterstreichen, empfiehlt sich die Aussage durch klare Gesten zu unterstreichen.

      Wie man das stoppen ausdrücken kann, zeigt das folgende Video besonders anschaulich 🙂

      Übrigens ist der sogenannte Giraffenschrei einer der GFK Prozesse. Wenn Du die Übersicht zu den GFK Prozessen sehen möchtest, dann folgen dem Link.

      In welchen Situationen würdest Du den Giraffenschrei gerne mal ausprobieren? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

      Super Typ und schönste Frau.

      Wie oft hören wir Sätze wie „Da hast Du einen tollen Job abgeliefert!“, „Das ist ja eine nette Geste!“, „Du bist ja ein super Typ!“ oder „Du bist die schönste Frau die mir je begegnet ist.“ oder so ähnlich. Vielleicht sagen wir zu unseren Kindern „wie fein“ sie etwas gemacht haben oder zu unserem Partner wie „schick“ sie sich gemacht hat, wenn wir gemeinsam ausgehen. Auch im Berufsalltag können wir Bewertungen wie „grandiose Leistung“ oder „klasse gemacht“ durchaus hören. Klingt das gut und ist die Freude über diese Komplimente groß? Es sind unter dem Strich Urteile, die der Bewertungsskala des Gesprächspartners entspringen. Lasst uns überlegen wie man das anders machen kann.

      Der Empfänger der Nachricht „Bester Verkäufer des Monats“ ist vielleicht nur in diesem Monat der Beste und vermutlich ist er auch nicht ganzheitlich der Beste sondern einfach nur der umsatzstärkste Mitarbeiter. Im nächsten Monat kann sich das Blatt wenden und ein anderer Mitarbeiter wird gelobt.

      Zu anderer Gelegenheit hören wir aus den gleichen Mündern vielleicht „Das war ja wohl gar nichts, was Du da geleistet hast!“, „Nein, das ist nicht ordentlich!“ oder „Was? So willst Du heute mit mir ausgehen?“. Wie reagieren wir auf solche Aussagen? Gekränkt? Irritiert? Das einzige was wir hier erfahren ist, dass wir uns auf der Bewertungsskala unseres Gesprächspartners eher im unteren Segment bewegen.

      Unterschiedliche Arten von Anerkennung.

      Kennt ihr Bekannte die schon mal darüber geschwärmt haben, wie toll ihr Mann ist? Nicht selten entstehen Bilder und ihr denkt vielleicht an Fußballprofi Rurik Gislason oder Leonardo DiCaprio. Und dann seht ihr die Person und denkt „Was ist denn an dem so super?“. Vielleicht wird er nicht aufgrund seines BMI als super bewertet, sondern weil er liebevoll mit den Kindern umgeht. Oder in der Wohnung alles mögliche reparieren kann. Es liegt eben im Auge des Betrachters.

      Als Lob oder Kompliment bezeichne ich die Form der Anerkennung die den Fokus auf moralistischen Bewertungen wie gut und schlecht hat. Beim Lob ist der Urteilsmaßstab die eigene Auffassung. Dabei kann es vorkommen, dass Lob manipulativ eingesetzt wird in der Form: „Du bist doch soooo gut darin XXX zu machen, kannst Du morgen nicht mal schnell ZZZ machen?“

      Als Wertschätzung bezeichne ich die Form der Anerkennung die den Fokus auf den Wert lege, den eine Handlung für mich hat. Der Fokus liegt dabei auf unseren Gefühlen. Wir möchten feiern, dass Bedürfnisse erfüllt und unser Leben in dieser besonderen Form bereichert wurde.

      Wertschätzung ist ein Bedürfnis.

      Beginnend mit der Schulzeit haben wir gelernt, dass wir mit unserem Lernerfolg den Vorstellungen des Schulsystems entsprachen mit Noten auf einer Skala von 1 bis 6 bewertet werden. Konnten wir das Gelernte sehr gut reproduzieren gab es eine 1 und wenn nur ungenügend, dann eben eine 6. Kamen wir von der Schule nach Hause wurden wir von den Eltern entsprechend gelobt oder getadelt. Das hat jedoch nichts mit Wertschätzung zu tun.

      Wertschätzung selbst ist ein Geschenk. Wenn wir hören, dass wir wertgeschätzt werden und wie wir das Leben eines anderen bereichert haben, werden wir selbst beschenkt. Denn einerseits ist unser Bedürfnis nach Wertschätzung erfüllt und andererseits lernen wir, durch welche konkrete Handlung, welches Gefühl entstand und welches Bedürfnis erfüllt wurde. So erfahren wir, wie der andere „tickt“, es entwickelt sich Klarheit, stärkt die Verbindung und letztlich auch Vertrauen. Also jene Bedürfnisse die in Partnerschaft, Erziehung und Zusammenarbeit wichtig sind.

      Und was können wir tun, wenn unser Kind nun doch mit einem ungenügend nach Hause kommt? Trotz Trauer oder Sorge über die Benotung, können wir dem Kind sagen, dass wir glücklich sind, dass wir eine robuste Verbindung zu unserem Kind haben, dass es sich sicher fühlt und uns angstfrei diese Leistung präsentiert.

      Wertschätzung ausdrücken.

      Um Wertschätzung auszudrücken nutzen wir die folgenden drei Elemente: konkrete Beobachtung auf die wir uns beziehen, angenehmes Gefühl und erfülltes Bedürfnis bzw. erfüllte Bedürfnisse. Um bei dem Vergleich mit dem Kind mit der Schulnote 6 zu bleiben, muss der Fokus nicht auf die in der Vergangenheit erbrachte Leistung gelegt werden sondern auf das aktuelle Geschehen. „Wenn ich sehe, dass Du mir die Klassenarbeit zeigst (Beobachtung), bin ich glücklich (Gefühl), weil ich sehe wie stark unsere Verbindung ist und wie sehr Du mir vertraust (Bedürfnisse). “ Dieser Fall bedarf natürlich einer entsprechenden Vorerfahrung.

      Und was ist jetzt mit dem „tollen Typen“? Auch hier geht es um Klarheit. Auf welche Beobachtung beziehe ich mich? Sind es die Muskeln, die mir ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, ist es der Humor, der zu meiner Entspannung beiträgt, ist es die Wahl der Bekleidung, die mir Ästhetik und Schönheit erfüllt oder ist es einfach die einfühlsame Art mit seinen Mitmenschen umzugehen? Und genau darin liegt für mich die Schönheit der Wertschätzung. Einerseits die Klarheit und andererseits die Universalität, denn irgendetwas, dass sich wertschätzen lässt, findet sich mit ein wenig Übung immer.

      Schwierigkeit Wertschätzung auszudrücken.

      Es gibt Menschen, denen fällt eher auf was schief läuft als das was gut läuft. „Net geschennt ist Lob genug.“ ist da wohl ein Sprichwort, dass ich nicht nur aus der hessischen Mundart kenne. Wenn die Dinge eben laufen, dann scheint es keinen Grund zu geben das zu erwähnen. So wird selten erkannt, dass das Geschirr in die Spülmaschine geräumt wurde als wenn es nur oben drauf steht.

      Vier Wege zur Erfüllung.

      Es gibt unterschiedliche Wege das Bedürfnis nach Wertschätzung zu erfüllen:

      • Hat jemand etwas getan, dass Dein Leben bereichert? Dann drücke Wertschätzung ihm gegenüber aus.
      • Hast Du etwas getan, dass Dein Leben bereichert? Dann drücke Wertschätzung Dir gegenüber aus.
      • Hast Du etwas getan, dass das Leben eines anderen bereicherte? Dann drücke Wertschätzung Dir gegenüber aus.
      • Hast Du etwas getan, dass das Leben eines anderen bereicherte und wünschst Dir einen Ausdruck von Wertschätzung? Dann bitte den anderen darum Dir seine Wertschätzung auszudrücken.

      Wenn Du Wertschätzung direkt ausprobieren magst, dann denke einfach mal an den Superheld oder die Superheldin Deiner Kindheit. Wer war das? Wofür möchtest Du Ihnen Wertschätzung geben? Formuliere was Du Ihnen sagen möchtest.

      War dieser Artikel nützlich? Hinterlasse mir gerne einen wertschätzenden Kommentar ;-).

      Ostern – Scheitern, Trauern, Neubeginn.

      Ostern, Ostereier im Gras

      Jedes Jahr zur Osterzeit werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, so dass es abends länger hell ist. Die Temperaturen steigen und die Natur beginnt aus dem Winterschlaf zu erwachen. Die Christen feiern Ostern am ersten Wochenende nach dem ersten Vollmond im Frühling und in mir weckt die Ostergeschichte jeses Jahr die Metapher von Scheitern, Trauern und Neubeginn.

      Die Christliche Ostergeschichte.

      Ich erinnere mich in etwas so an die christliche Ostergeschichte: Jesus ritt am Sonntag vor Ostern auf einem Esel nach Jerusalem, um mit anderen Juden das Pascha-Fest zu feiern. Die Leute hatten schon viel von ihm gehört und freuten sich, dass er mit Ihnen feiern wollte. Den Staatsoberhäuptern war es gar nicht recht, dass Jesus wie ein König gefeiert wurde und suchten ihn. Jesus ahnte, dass „etwas im Busch war“ und feierte am Gründonnerstag mit seinen Jünger das Abendmahl. Anschließend wurde er verraten, am Karfreitag zum Tode verurteilt und ans Kreuz genagelt.

      Ein Freund beerdigte Jesus anschließend in einer Grabhöhle und rollte zur Sicherheit einen Stein davor. Am Ostersonntag kamen Frauen an das Grab, um den Leichnam zu pflegen und entdeckten das leere Grab. Ein Engel berichtete, dass Jesus wieder lebendig sei. Er begegnete an diesem Tage auch noch Maria Magdalena zu der er meines Erachtens ein ganz besonderes Verhältnis hatte. Am Ostermontag begleitete er noch zwei seiner Jünger nach Emmaus. Sie erkannten ihn und verbreiteten das Wunder der Auferstehung.

      Scheitern, Trauern, Neubeginn.

      Scheitern definiere ich als „ein angestrebtes Ziel nicht erreichen“. Da Jesus keines natürlichen Todes starb und sicherlich andere Pläne verfolgen wollte, als sich am Karfreitag ans Kreuz nageln zu lassen, betrachte ich seinen Tod erstmal als Scheitern. Denn offensichtlich war das was er tat, die heilsamen Wunder und seine Beliebtheit nicht im Einklang mit den Bedürfnissen mancher „Stakeholder“. Jesus Anhänger betrauerten den leidvollen Tod am Kreuz und feiern noch heute also knapp 2000 Jahre danach das Wunder der Auferstehung.

      Wow! Rückblickend kann man wohl nicht mehr von Scheitern sprechen. Ganz im Gegenteil, hätte Jesus einfach so weitergemacht, wäre das „Wunder“ ausgeblieben und heute würde wohl kaum einer mehr darüber reden.

      Blicken wir auf unser eigenes Leben zurück. Irgendwann versuchte vermutlich jeder von uns aufrecht zu gehen. Klappte das beim ersten Versuch? Sicher nicht. Als wir als Kleinkinder laufen lernten fielen wir ca. 100 mal pro Tag hin. Wir ließen uns von unserem Scheitern nicht beirren, blieben dran und probierten es einfach weiter. Scheinbar hatten wir die Idee, dass wir davon profitieren könnten. Wir wollten uns entwickeln, unseren Aktionsradius vergrößern und sicherlich auch dazugehören. Kurz wir wollten unsere Bedürfnisse erfüllen und ließen diese Bedürfnisse nicht aus dem Fokus. Die Bitte ans uns selbst war: Probiere es gleich noch einmal.

      Konstruktiver Umgang mit Scheitern.

      Blicke ich auf mein Leben zurück, so gab es mehrere Stationen meines Lebens wo ich scheiterte wie z.B. Verlassen des Gymnasiums nach der 10. Klasse, Projekte die nicht liefen wie geplant und Beziehungen die lange vor der „Scheidung durch den Tod“ endeten. Rückblickend betrachtet traurige, teilweise traumatische Erlebnisse, die ich heute noch bedaure und gleichzeitig jeden daraus entstandenen Neubeginn feiere.

      Wenn Du auch konstruktiv mit Deinem Scheitern umgehen magst, lade ich Dich ein Deinen Blick zurückzuwerfen und Dir die folgenden Fragen zu stellen:

      • Was wollte ich ursprünglich erreichen? Was war mein Vorhaben, mein Plan?
      • Welche konkrete Beobachtung macht mich glaubend, dass ich „gescheitert“ bin?
      • Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen? (Dadurch ist mein Bedürfnis nach Entwicklung schon mal erfüllt.)
      • Wenn ich daran denke, welche Gefühle sind noch präsent, ?
      • Welche Bedürfnisse wollte ich mir mit diesem Vorhaben erfüllen?
      • Welche anderen Wege gibt es diese Bedürfnisse zu erfüllen?
      • Welchen Weg möchte ich als nächstes einschlagen, um meine Bedüfnisse zu erfüllen?

      Scheitern feiern.

      Ich habe den Eindruck, dass Scheitern im gesellschafltichen Kontext verpönt ist. Diese Sichtweise bedaure ich, denn gerade durch Scheitern kann Entwicklung beginnen und jede Form von Entwicklung bietet Anlass zum Feiern. So ist Ausprobieren, Scheitern, Trauern und Dranbleiben schließlich ein Schlüssel zum Erfolg.

      Die Geschichten des Scheiterns können dabei auch viel interessanter und unterhaltsamer sein als eine geradlinige Geschichte des Erfolges. Vielleicht sind aus dieser Idee heraus die sogenannten Fuck-Up Nights entstanden. Nein, hier geht es um nichts obszönes. Es geht um eine globale Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat Scheitern nicht zu stigmatisieren sondern zu kultivieren und zu feiern.

      Magst Du mir einen Kommentar hinterlassen und Deine Geschichte teilen?

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