Und woran glaubst Du?

(c) 2019 Peter H. Schmitt – JadebuddhaTempel in Shanghai.

Kennst Du Gegebenheiten, wo Du ein Projekt oder eine neue Aktivität angehen magst und plötzlich kommen Gedanken wie zum Beispiel „das muss ich“, „das darf ich nicht“, „das kann ich sowieso nicht“? Falls dem so ist, dann lohnt es sich näher hinzublicken. Vielleicht steckt ein einschränkender Glaubenssatz dahinter, der zu entdecken und zu bearbeiten ist.

Glaubenssätze entstehen.

Wenn Babys geboren werden, befreien sie sich aus der Enge des mütterlichen Leibes und erleben grenzenlose Freiheit. Eine Freiheit in der prinzipiell erstmal alles möglich ist. Sie entwickeln erste Strategien und schreien, wenn sie Hunger, Durst, Schlaf, Gemeinschaft oder eine saubere Windel haben wollen. In ihren ersten Lebensjahren sind Babys auf Hilfe ihrer wohlgesonnenen Mitwelt angewiesen, von Menschen die sie so lieben so wie sie sind.

Aus den Babys werden irgendwann Kleinkinder, Schulkinder, Jugendliche und schließlich erwachsene Menschen. Auf diesem Lebensweg leisten andere immer wieder ihren Beitrag zu der Entwicklung. Außer nahen Verwandten, kommen so nacheinander ErzieherInnen aus Kita und Kindergarten, Lehrer, Ausbilder usw. prägend hinzu. Dabei bin ich sicher, dass diese alle nach ihrem besten Wissen und Gewissen in bester Absicht ihren „Stempel aufdrücken“.

Glaubenssätze schützen.

„Fass nicht auf die heiße Herdplatte!“ habe ihn aus dem Munde meiner Mutter gehört, getestet was passiert, wenn ich diesen Satz ignoriere, und für gut befunden. So gut, dass ich mich noch heute daran halte. Glaubenssätzen dienen anfangs unserem Schutz. Es sind die Leitplanken die uns durchs Leben begleiten. Auch Sprichwörter wie „Ohne Fleiß kein Preis“ oder Volksliedtexte wie „Im Wald da sind die Räuber“ sind durch Angst-Szenarien oft emotional stark verknüpft und prägen sich dadurch, umso tiefer ein. Wie gesagt, das ist durchaus sinnvoll, um uns zu schützen so lange wir zu schwach sind, uns selbst zu schützen und bewusste Entscheidungen zu treffen. Für ein Grundschulkind ist es sicherlich schützend sich dem Wald fernzuhalten. Wenn sich jedoch Erwachsene nicht in den Wald trauen, wäre das wohl ein wenig befremdlich.

Schülerinnen hören vielleicht sogar noch heute, sie seien nicht geeignet für mathematische und naturwissenschaftliche Fächer. Die Eltern wollen ihr Kind in bester Absicht vor Misserfolgen bewahren. Das kann zur Folge haben, dass sich einige in diesen Fächern nicht engagieren. Von meiner Mutter hörte ich , dass ich ein ungeschickter Kletterer sei, nachdem sie beobachtete wie ich eine (für mich überlebensgroße) Mauer überwinden wollte. Ihre Absicht war mich davor bewahren, dass ich beim Klettern von irgendeiner Mauer stürze und mir alle Knochen breche. (Danke liebe Mutter!) Ungeprüft übernahm ich ihre Aussage und glaubte fortan ich sei ein ungeschickter Kletterer. Meine Geschicklichkeit habe ich nicht entwickelt, so dass es mir noch heute schwer fällt irgendwo herumzukraxeln.

Halten wir also fest: Glaubenssätze sind emotional tief verankert. Sie entstehen, weil uns nahestehende, vertrauensvolle Menschen in einem gewissen Lebensalter vor Unheil schützen wollen. Was können wir heute tun, wenn uns die Glaubenssätze an einer Weiterentwicklung hindern?

Glaubenssätze bearbeiten.

Um Glaubenssätze vollständig zu bearbeiten gilt es sie zunächst zu identifizieren, sie dann zu bearbeiten und schließlich zu transformieren und zu integrieren. Schauen wir uns diesen Prozess Stück für Stück an.

Zuerst gilt es zu klären: Was ist Dein Wunsch oder Deine Vision? Welches konkrete Ziel bringt Deine Vision näher? Schaffe Klarheit, welche Bedürfnisse Du Dir mit dieser Vision erfüllen möchtest. Ohne klares Ziel oder Vision macht es nur wenig Sinn an einem Glaubenssatz zu arbeiten. Wenn es keine Hürden gibt, die zu überwinden sind, dann braucht man auch nicht extra welche aufbauen. Wenn Du jedoch eine Vision hast, daran denkst und plötzlich den Chor Deiner inneren Stimmen (deiner Kritiker) hörst, dann höre genau hin, denn sie geben Dir wertvolle Hinweise auf deinen aktuellen Glaubenssatz.

Was fühlst Du, wenn Du an diesen Glaubenssatz denkst? Vielleicht bringt Dich der Glaubenssatz in Verbindung mit einem Menschen, der in Deinem Leben eine wichtige Rolle spielte. Nimm Dir Zeit und erforsche die Bedürfnisse, die Dir der Glaubenssatz erfüllte und welche nicht. Nimm Dir weiter die Zeit und betrauere die Bedürfnisse, die dadurch in Mangel gerieten und feiere alle Bedürfnisse die durch den Glaubenssatz erfüllt wurden. Bist Du bereit zu entscheiden, ob Du den Glaubenssatz verändern möchtest? Vielleicht wird Dir in diesem Moment bewusst, dass Dir dieser Glaubenssatz so viele Bedürfnisse erfüllt, dass Du ihn gar nicht verändern möchtest. Vielleicht hast Du in diesem Moment die Klarheit, dass Du mit diesem Glaubenssatz Frieden schließen kannst. Feiere diese Erkenntnis.

Glaubenssätze transformieren.

Überlege sorgfältig, durch welche Strategien Du Dir heutzutage die Bedürfnisse des alten Glaubenssatzes erfüllen kannst. Vielleicht erfüllt er auch überhaupt keine Bedürfnisse mehr und ist nur noch hinderlich, dann kann er einfach weg. Überlege wie Dein neuer erweiternder Glaubenssatz lauten könnte. Achte darauf, dass Du ihn möglichst einschränkungsfrei formulierst. Sage ihn Dir laut vor und spüre nach, ob er einschränkende Elemente enthält. Falls ja, dann optimiere noch weiter.

Angenommen Du hättest die Vision einer glücklichen Partnerschaft und gleichzeitig den Glaubenssatz „Ich bin nicht liebenswert.„, der am Ende deiner letzten Partnerschaft entstand. Wenn Du diesen Glaubenssatz in „Ich bin liebenswert.“ um-transformierst, besteht die Gefahr, dass Du Dich in der nächsten Beziehung darauf beschränkst nur noch liebenswert zu sein. Genau das gilt es zu vermeiden.

Sobald Du einen stimmigen Glaubenssatz gefunden hast, kannst Du diesen integrieren. Höre in Dich hinein und spüre wie es sich anfühlt wenn der neue Glaubenssatz bereits verankert wäre. Fühlt es sich stimmig an, dann geht es ans integrieren. Neue Gewohnheiten und auch Glaubenssätze benötigen ca. 21 aufeinanderfolgende Tage. Wie manifestierst Du in dieser Zeit täglich Deinen neuen Glaubenssatz?

Zum Beispiel könntest Du Dir eine Haftnotiz an Deinen Schreibtisch oder Kühlschrank kleben. Vielleicht ist es für Dich stimmiger Dir einen Serientermin in Deinen Kalender zu schreiben, der Dich daran erinnert Deine Vision vor dem inneren Augen zu halten und dabei Deinen Glaubenssatz dreimal laut aufzusagen. Sei ruhig kreativ und lass Dich von der Wirkung überraschen.

Mein erster Städte-Marathon (42,195km).

Irgendwann in den 80ern begann ich zu Joggen. 1981 hatte ich mir den „Höchst Marathon“ angeschaut und war begeistert. Das wollte ich auch und gleichzeitig dachte ich: „Das schaffe ich NIE! Ich bin unsportlich!“. Vom Joggen hat es mich nicht abgehalten und Mitte der 80er Jahre bin ich sogar Marathondistanzen gelaufen. Vor der Anmeldung zu einem offiziellen Stadtmarathon habe ich mich jedoch gescheut.

Aufgrund von Studium und anderer Interessen, hörte ich mit dem Joggen aufgehört und begann erst 2004 wieder damit. Anfangs konnte ich noch nicht einmal 1km am Stück laufen. Um dran zu bleiben hatte ich mir Marathon als Ziel gesetzt. Doch da war noch der Glaubenssatz. „Das schaffe ich NIE!“ So entwickelte ich mein Zielbild: „Ich laufe mit breitem Lachen über die Ziellinie und bin super glücklich.“ Daraufhin entwickelte ich den neuen Glaubenssatz: „Ich will das schaffen!“, den ich bei jeder Joggingrunde leise vor mir her flüsterte. Von meinem Bedürfnis „Schutz vor Blamage“ konnte ich mich leicht lösen und durch die eingesetzte Energie im Training erfüllte ich mir die Bedürfnisse nach Selbstwirksamkeit, Entwicklung, Wachstum und Selbstvertrauen. Noch heute feiere ich diese Integration.

Skiurlaub oder Winterurlaub?

Dachsteinblick, Alpen, Winterurlaub

Warst Du schon mal im Skiurlaub? Ich fuhr einige Jahre lang Anfang Januar in den Skiurlaub und habe es genossen mit meinen Abfahrtsskiern schwungvoll ins Tal zu fahren. Skiurlaub bedeutete für mich immer bereits nach der Ankunft ein kleines „Vermögen“ gegen einen Mehrtages-Skipass einzutauschen und Skier für die Woche auszuleihen. Bei den Kosten für den Skipass wollte ich diesen auch maximal ausnutzen, d.h. so früh wie möglich auf die Piste und möglichst erst mit dem letzten Lift zurück.

Im Laufe der Jahre verlor ich irgendwie die Lust in den Skiurlaub zu fahren. Einerseits gewann ich den Eindruck, dass die Schneesicherheit nicht mehr gegeben war und kam häufig in Situationen, dass zu wenig Schnee lag, die Sessellifte und Gondelbahnen aufgrund von Winden nicht betrieben werden konnten oder heftiger Schneefall die Sicht und somit die Abfahrt erschwerte. Andererseits stresste ich mich selbst im Urlaub, weil ich in dem Glauben gefangen war, dass ich im Skiurlaub auch bei widrigsten Bedingungen Skifahren und den Skipass bis zum Ende ausreizen muss, um den Erholungseffekt zu maximieren.

In diesem Winter wurde mir klar, dass mein wesentliches Bedürfnis des Skiurlaubs gar nicht die Anregung durch das Skifahren war sondern die Erholung und die Gemeinschaft mit der ich unterwegs war. Ich löste meinen Glaubenssatz auf und beschloss anstelle in den Skiurlaub in den Winterurlaub zu fahren. Dadurch ergaben sich völlig neue Möglichkeiten! Ich unternahm entschleunigende Winterwanderungen, genoss das Panorama auf dem Dachsteingletscher, probierte Schneeschuhe aus, blieb bei Schneefällen lesend im Zimmer und nutze das sonnige Wetter auch zum Abfahrtsskifahren.

Das ist es doch eigentlich: wegkommen von einschränkenden Glaubenssätzen, hin zur Vielzahl an Möglichkeiten die eigentlichen Bedürfnisse zu erfüllen. Welche Glaubenssätze schränken Dich ein? Welche würdest Du gerne wandeln? Ich freue mich über Deinen Kommentare

Gute Vorsätze fürs Neue Jahr

Wuensche

Auch wenn der Tageszähler unaufhaltsam weiter läuft, so scheint der Jahreswechsel einen Meilenstein im Leben zu markieren. Etwas „Altes“ was auch immer es war, wird abgeschlossen und etwas „Neues“ beginnt. Vielleicht kamst Du selbst zu dem Schluss, vielleicht gab es Hinweise von Freunden oder Bekannten, dass irgendwas im neuen Jahr besser oder zumindest anders laufen sollte und Du Dich deshalb von Laster oder Gewohnheiten verabschieden möchtest wie z.B. mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken (vor allem, wenn man am Neujahrstag völlig verkatert aufwacht), nachhaltiger Leben oder Gewicht reduzieren.

So fasst Du einen Guten Vorsatz und stellst unter Umständen schon nach kurzer Zeit fest, dass es keine Freude bereitet dem guten Vorsatz nachzukommen und verfällst wieder in die alten Gewohnheitsmuster zurück. Kommt Dir das bekannt vor?

Abschied von Gewohnheiten

Um die Chancen zu steigern sich nachhaltig von alten Gewohnheiten zu verabschieden ist es hilfreich sich zunächst mit dem alten Gewohnheitsmuster auseinanderzusetzen und einige der folgenden Fragen zu klären:

  • Wie habe ich das Gewohnheitsmuster entwickelt?
  • Welcher Glaubenssatz steckt hinter der Gewohnheit?
  • Was möchte ich erreichen wenn ich mich davon verabschiede?
  • Welches Bedürfnis erfüllte mir das Gewohnheitsmuster in der Vergangenheit?
  • Welche anderen Wege und Möglichkeiten gibt es mit auch in Zukunft diese Bedürfnisse zu erfüllen?

Es ist nun schon ein paar Jahre her, da hatte ich an Silvester beschlossen mit dem Rauchen aufzuhören. Beim Rauchen verspürte ich Leichtigkeit, meine Bedürfnisse nach Zugehörigkeit (zur Gruppe der Raucher) und nach Entspannung waren erfüllt. Vielleicht erfüllte ich mir durch die Werbebilder auch meine Vorstellung von Abenteuer und Wachstum. Außerdem war mein Appetit gezügelt, so dass ich den Genuss der Zigaretten gleichzeitig mein Gewicht kontrollieren konnte. Nach gut drei Monaten jedoch verfiel ich in alte Muster und begann wieder zu rauchen. Ein Grund war sicherlich, weil ich mir noch nicht im Klaren war, wie ich meine nun in Mangel geratenen Bedürfnisse sonst stillen kann.

Irgendwann jedoch begann ich zu Joggen und wollte immer weitere Strecken bis hin zum Marathon laufen. Durch die sportliche Aktivität hatte ich nun einen Weg gefunden mein Gewicht zu regulieren, erlebte beim Laufen selbst Entspannung, gehörte nun zur Gruppe der Sportler und meine Laufstrecken durch Feld- und Waldwege waren teilweise sehr abenteuerlich. Als ich meine Leistungsfähigkeit weiter steigern wollte, war die Raucherei eher hinderlich. So fiel es mir schlussendlich leichter mit der alten Gewohnheit zu brechen. Heute genieße ich die Freiheit, da ich mich vor Fernreisen am Flughafen nicht mehr in der Raucherkabine einsperren muss.

Wie sind Deine Erfahrungen mit eingefahrenen Wegen und Gewohnheiten? Welche möchtet ihr gerne ändern? Schreibt’s in den Kommentar.

Umgang mit Autoritäten.

In diesem Blog-Artikel lade ich Dich ein Deinen Umgang mit Autoritäten zu erforschen. Hattest Du jemals traumatisierende Erlebnisse mit Autoritäten? Ist das der Fall dann führe die Übung bitte nur mit professioneller Begleitung durch. Einverstanden?

Um Dich in das Thema einzustimmen, lade ich Dir meine Geschichte dazu durchzulesen: Transit nach West-Berlin (1986).

Eigenschaften einer Autorität.

Wenn Du den Begriff Autorität hörst, welche Gedanken kommen Dir? Was macht eine Autorität aus undmit welchen Eigenschaften würdest Du eine Autorität beschreiben? Vielleicht kommen Dir Gedanken, dass Autoritäten Menschen mit besonderen Fähigkeiten oder besonderem Expertenwissen sind. Oder, dass es Menschen sind, die Verantwortungen tragen oder über besondere Entscheidungsbefugnisse verfügen. Vielleicht sind es die einsamen Cowboys and der Spitze eines hierarchischen Systems oder sie tragen eine besondere Uniform.

Ich denke Autoritäten lassen sich in die folgenden drei Kategorien einteilen. „Natürlich bestimmt“ so wie Vater und Mutter, „freiwillig bestimmt“ wie der Hausarzt oder mein Partner und schließlich noch „fremd bestimmt“ wie der Polizist der mich an der nächsten Straßenecke kontrolliert.

Natürlich bestimmtFreiwillig bestimmtFremd bestimmt
Vater, MutterHausarztNotarzt
GeschwisterkinderPartnerPolizist
GroßelternSportlerRichter
Oma, OpaMusiker Lehrer
KinderTrainerPfarrer

An welche Autoritäten denkst Du? Notiere alle die Dir einfallen untereinander auf der linken Seite eines Blattes oder eines Notizblocks.

Imaginiere die Autoritäten.

Nimm Dir nun ein wenig Zeit und lasse die einzelnen Personen vor Dein geistiges Auge treten und spüre tief in Dich hinein. Gibt es eine Autorität bei der Du unangenehme Gefühle bekommst? Wenn ja, welche Gefühle sind es und wo spürst Du körperliche Reaktionen? Notiere die unangenehmen Gefühle rechts neben die Autorität.

Welche Bedürfnisse geraten in den Mangel, wenn Du an diese Autorität denkst. Siehst Du eher die Rolle der Autorität oder eher den Menschen?

Gibt es eine Autorität bei der Du angenehme Gefühle bekommst? Wenn ja, welche Gefühle sind es und wo genau spürst Du körperliche Reaktionen? Notiere die angenehmen Gefühle rechts neben die Autorität.

Welche Bedürfnisse sind erfüllt wenn Du an diese Autorität denkst? Siehst Du eher die Rolle der Autorität oder eher den Menschen?

Weitere Schritte.

Gibt es Situationen mit den Autoritäten wo Du Dich eher unterwirfst oder rebellierst? Vor welchen Autoritäten hast Du Respekt und vor welchen hast Du Angst?

Welche Schlussfolgerungen ziehst Du? Woran möchtest Du weiterarbeiten?

Dieser Artikel ist noch in Bearbeitung 😉

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