Mann, wie geht’s Dir?

Eigentlich eine ganz gewöhnliche Frage, oder? Eine Frage, die man sich stellt, wenn man jemanden länger nicht gesehen oder gehört hat. Oder auch die allmorgendliche Frage, wenn man ins Büro kommt. In diesem Artikel möchte ich erzählen, wie Du davon profitierst, wenn Du Deine Gefühle bewusst wahrnimmst und benennst.

Was Du üblicherweise zu hören bekommst.

Die Frage nach der Befindlichkeit höre ich dabei eigentlich direkt nach dem Grußwort. Also zum Beispiel „Guten Morgen Kollege! Wie geht es Dir?“ und auch ich frage gerne Andere nach ihrem Befinden: „Hallo, wie geht’s Dir?“ oder hier in Hessen „Ei Gude ,Wie?“

Als Antwort höre ich da häufig gerade von Männern „Gut.“, „Geht so.“ oder „Muss ja“ oder „Naja, könnte besser sein.“ Frauen sind nach meiner subjektiven Einschätzung irgendwie gesprächiger. Sie erzählen eher wie es ihnen gerade so zumute ist und ich erinnere mich an aussagen wie z.B. „Müde, weil ich schlecht geschlafen habe“, „Gestresst, weil der daheim noch Dinge zu regeln waren“, „Voll motiviert auf die Aufgaben die gerade anstehen“, „Aufgeregt, weil eine Präsentation beim Kunden zu halten ist“, usw. Ich selbst antworte mittlerweile auch gerne ausführlicher, denn ich habe inzwischen meinen Gefühlswortschatz wiedererlernt.

Hast Du auch verlernt über Deine Befindlichkeit zu reden?

Leider habe ich es, so wie die meisten Männer irgendwann einmal verlernt über meine Gefühle zu reden. Das war doch irgendwie Mädchenkram und sowas von Un-Männlich Gefühle zu zeigen und zu äußern. Dabei pumpt bei mir als Mann kein Herz aus Stahl, sondern auch ein Herz aus Muskelfleisch das Blut durch meine Adern.

Dennoch es geht ja irgendwie um Zugehörigkeit. Und wenn ich mich der Gruppe der Männer zugehörig fühlen möchte und diese Männer eben nicht über Gefühle reden, werde ich es vermeiden, denn ich schließlich möchte ich Teil der Gruppe der Männer sein. So verliere ich zuerst die Fähigkeit meine Körpersensationen überhaupt zu empfinden, denn wenn keiner drüber spricht, sind die Gefühle wohl nicht da. Und selbst, wenn sie da wären so gebe ich Ihnen keine Bedeutung, wenn es sonst keiner tut. Sobald ich aufhöre meine Körpersensationen zu spüren und auszudrücken, verliere ich im nächsten Step das dazugehörige Vokabular.

Das ist jammerschade, denn so verliere ich auch einen wesentlichen Indikator, um wahrzunehmen, was ich eigentlich brauche. Welche Bedürfnisse sind gerade erfüllt und welche eigentlich nicht?

Wovon lässt Du Dich verführen?

Wenn die Geschwindigkeitsanzeige in meinem Wagen defekt ist, dann zeigt sie eben keine Geschwindigkeit mehr an. Ich fahre dann eben auf Verdacht die richtige Geschwindigkeit zu treffen oder orientiere mich an den anderen Wagen im Straßenverkehr. So ähnlich ist das auch wenn ich meine Gefühle nicht mehr wahrnehme, denn dann erkenne ich unter Umständen nicht mehr was ich selbst wirklich brauche. Anstatt dessen orientiere mich daran was mein Umfeld so braucht und vermute, dass ich das auch brauche. Der Nachbar hat einen neuen Sportwagen? Na dann brauche ich wohl auch was Neues.

Dabei werde ich in jenem Moment leichter verführbar, in dem ich von meinen eigenen Bedürfnissen abgeschnitten bin. Die Quellen der Verführungen sind dabei vielschichtig. Vielleicht ist es der neue Sportwagen auf der Plakatwand, der modische Anzug im Schaufenster, das neuste Smartphone im Elektrofachmarkt oder vielleicht es es ein verführerischer Blick der jungen Kollegin aus der Buchhaltung. Nur zu leicht lasse ich mich verführen, wenn der Gedanke dominiert, dass ich gerade das was mir angeboten wird auch brauche.

Die Industrie hat dabei recht klar, welche Bedürfnisse sie sich erfüllen mag. Die Unternehmen möchten mit ihren Produkten Wachstum vermelden, damit auch ihre Börsenkurse entsprechend steigen und Anleger investieren. Ebenso benötigen die Unternehmen Sicherheit und Schutz, damit der Wettbewerb sich nicht an dem geistigen Eigentum bereichert. Sie wollen vom Markt wahrgenommen werden und autonom ohne den Einfluss von Regulierungen handeln können etc.

Was brauche ich als Mann?

Und ich? Was brauche ich? Brauche ich wirklich die Playstation mit einem Ego-Shooter Spiel oder viel PS unter der Haube, um mich „abzureagieren“ und Druck abzulassen? Oder mehrere Biere nach einem harten Arbeitstag, um mich zu entspannen? Vielleicht brauche ich auch nur mal jemand der mir zuhört. Dem ich meine Verzweiflung über die Katastrophen des Arbeitstages mitteilen kann? So wie der Barmann, der keine Fragen stellt, dem ich einfach meine Geschichte erzählen kann während er sein Bier zapft.

Aber wahrscheinlich brauche niemanden der mir zuhört, denn ich bin ja ein Mann! Und als Mann löse ich meine Probleme schließlich selbst, oder? Schließlich ist Problemlösungskompetenz doch eine der männlichsten Eigenschaften überhaupt. Stimmt’s? Bist Du schon mal mit dem Wagen an fremden Orten unterwegs und hast Dich verfahren? Wie lange bist Du umhergeirrt in der Hoffnung den richtigen Weg zu finden. Auch ohne Hilfe von Navi und ohne jemand wildfremden zu fragen. An dieser Stelle werde ich mich outen, denn ich gehörte zu der Kategorie lieber eine Stunde extra Runden drehen als aktiv Hilfe in Anspruch zu nehmen. Heute ist das anders und ich fahre nach Navi – auch wenn ich dem Navi nicht immer so wirklich traue.

Autonomie, Freiheit, Selbstbestimmung sind Bedürfnisse die dabei eine Rolle spielen können. Als Mann mit meinem Orientierungssinn und Ortskenntnis kompetent wahrgenommen zu werden ist ein weiteres Bedürfnis entscheiden ist. Als Fahrer möchte ich generell mit oder ohne Navi dazu Beitragen, dass meine Mitfahrer die Sicherheit haben zur geplanten Zeit am Ziel anzukommen. Vielleicht auch, dass ich für meinen sicheren und souveränen Fahrstil gewertschätzt oder sogar geliebt werde.

Willst Du mehr Lebendigkeit und Klarheit?

Bedürfnisse die zu einem ausgeglichenen Leben beitragen sind im weitesten Sinne u.a. Autonomie, Entwicklung, Entspannung, Empathie, Körperliche Bedürfnisse, Integrität, Kreativität,Schutz/Sicherheit, Verbindung. Wenn ich mich mit meinen Bedürfnissen auseinandersetze und Klarheit über das gewinne was ich wirklich brauche, kann mein Leben unter Umständen entspannter und trotzdem lebendiger Leben und mich in der Kommunikation klar für das einsetzen was mir wichtig ist und welches Bedürfnis ich erfüllt haben möchte. Durch diese Klarheit kann ein sehr effizienter und lebendiger Lebensstil möglich werden, da ich gegen äußere Verführungen quasi immun bin.

Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest wie Du als Mann, Deine Bedürfnisse ergründen kannst und Dir durch Empathie einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kannst, dann melde Dich am Besten gleich zu meinem Training „Mann spricht Empathisch – Starke Kommunikation für Männer“ an.

Du möchtest Dir selbst erstmal ein wenig Klarheit verschaffen? Kein Problem, dann hinterlasse mir Deine eMail Adresse und Du erhältst ein bis zweimal im Monat ein paar Infos von mir.


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